Erzbistum Köln stellt 110.000 Euro Soforthilfe für den Libanon bereit

Mit Gewalt keinen Frieden

Angesichts der Gewalt im Libanon stellt das Erzbistum Köln 110.000 Euro Soforthilfe bereit. Kardinal Rainer Maria Woelki appelliert, die Angriffe zu beenden und dem Frieden eine Chance zu geben. Zudem bittet er um Spenden.

Eine Freiwillige der Caritas Libanon spricht mit Mägchen, am 4. Oktober 2024 in Beirut (Libanon). / © Francesca Volpi (KNA)
Eine Freiwillige der Caritas Libanon spricht mit Mägchen, am 4. Oktober 2024 in Beirut (Libanon). / © Francesca Volpi ( KNA )

Das Erzbistum Köln reagiert auf die dramatische Lage im Libanon und stellt 110.000 Euro Soforthilfe bereit, um die dringendsten Bedürfnisse der betroffenen Familien zu lindern. Kirchliche Partner vor Ort leisten unter schwierigsten Bedingungen Nothilfe, insbesondere durch Lebensmittelpakete und Gutscheinsysteme für den täglichen Bedarf. 

Rainer Maria Woelki

"Dass so viele Menschen dennoch an ihrer Heimat festhalten, verdient unseren tiefen Respekt."

"Die Gewaltspirale im Libanon dreht sich immer weiter – und die Leidtragenden sind unschuldige Menschen", erklärt Kardinal Rainer Maria Woelki. "Familien verlieren erneut ihr Zuhause, ihre Lebensgrundlage und ihre Hoffnung auf eine sichere Zukunft. Dass so viele Menschen dennoch an ihrer Heimat festhalten, verdient unseren tiefen Respekt." Niemand dürfe gezwungen sein, zwischen Flucht und Lebensgefahr wählen zu müssen.

Rainer Maria Woelki

"Geben Sie dem Frieden eine Chance!"

Er ruft eindringlich dazu auf, die Angriffe zu beenden: "Geben Sie dem Frieden eine Chance! Nur durch ernsthafte Verhandlungen kann die Grenze zwischen Israel und dem Libanon dauerhaft gesichert und weiteres Leid verhindert werden." 

Er betont, dass Gewalt keinen Frieden schaffe, sondern nur die Wunden vertiefe – "das gilt für diesen Krieg wie auch für den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine". Sein Gebet gelte allen Betroffenen, während er die politisch Verantwortlichen auffordert, alles zu tun, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

Humanitäre Krise und Zerstörung

Laut aktuellen Berichten sind infolge der militärischen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah bereits rund 700.000 Menschen auf der Flucht – viele von ihnen zum wiederholten Mal. Die Zerstörung von Infrastruktur und kirchlichen Einrichtungen verschärft die Lage zusätzlich. 17 Kirchen und Gemeindezentren wurden in den vergangenen Jahren beschädigt oder zerstört. Ein vom Erzbistum Köln unterstütztes Wiederaufbauprojekt musste aufgrund der erneuten Kämpfe vorerst ausgesetzt werden.

Die Hilfsorganisation Caritas International befürchtet große Fluchtbewegungen. Es mangele an Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Matratzen und Decken. Rund 250.000 Euro stellen sie zur Versorgung der Menschen in Not zur Verfügung. Das Erzbistum Köln wird die Unterstützung für die notleidenden Menschen fortsetzen. Gleichzeitig bittet es in einer Pressemitteilung vom 19.März 2026 um Spenden zugunsten von Caritas international

Caritas international

Caritas International arbeitet eng mit den weltweit 165 nationalen Caritas-Organisationen zusammen. Von seinem Hauptsitz in Freiburg aus unterstützt das katholische Hilfswerk jährlich etwa 1.000 Hilfsprojekte in aller Welt. In den Projekten gewährleisten die Kompetenz und das Engagement der einheimischen Caritas-Mitarbeiter den dauerhaften Erfolg vor Ort.

Die Caritas gibt es in über 160 Ländern / © Karolis Kavolelis (shutterstock)
Die Caritas gibt es in über 160 Ländern / © Karolis Kavolelis ( shutterstock )
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