Die Begegnung mit dem Papst sei für Eckart von Hirschhausen sehr bewegend gewesen, sagte er im Anschluss an die Generalaudienz im Interview mit Radio Vatikan. Er habe in der ersten Reihe gestanden und die Chance gehabt, dem Papst "für ein paar Sekunden in die Augen zu gucken und einen Wunsch oder einen Gedanken loszuwerden".
Treffen mit Papst Leo XIV.
Dabei bat Hirschhausen den Papst, eine kleine Franz-von-Assisi-Statue zu segnen und übergab ihm ein Fotoalbum seiner Recherchereisen. Die dabei entstandene Dokumentarsendung für den Bayerischen Rundfunk, die zu Pfingsten erscheint, beschäftigt sich mit dem Thema: "Wer bewahrt die Schöpfung?".
"Wir zerstören alles, was ein gutes Leben auf diesem Planeten ausmacht", analysiert der Wissenschaftsjournalist im Interview die aktuelle Lage. Gesundheit beginne nicht erst in der Medizin, sondern "mit der Luft, die wir atmen, mit dem Wasser, was wir trinken können", erklärt Hirschhausen.
Ohne "Laudato si" kein Pariser Abkommen
Inhaltlich stellt seine Dokumentation daher die Klimakrise in den Mittelpunkt. "Wir erleben gerade eine unfassbar beschleunigte Zerstörung unserer Lebensgrundlagen", so Hirschhausen. Gleichzeitig kämen diese Themen durch all die gegenwärtigen Krisen und Kriege kaum mehr in den Medien vor.
Dabei betont er die Bedeutung der Umwelt-Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus: "Ohne diese Enzyklika wäre das Paris-Abkommen auch nicht zustande gekommen." Das Jahr 2015 sei umweltpolitisch ein magisches Jahr gewesen, auch wegen der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Heute wirke dieser Aufbruch jedoch "wie ein anderes Jahrtausend", bilanziert Hirschhausen.
Auf seiner Reise habe ein Bild auf der Weltklimakonferenz in Belém ihn besonders geprägt: Darauf segnete Papst Leo einen Eisblock. Solche Gesten zeigten die Kraft der Führungspersönlichkeiten in der katholischen Kirche, da sie "nicht noch lauter schreien als die anderen, sondern uns mit solchen symbolischen Momenten an etwas Fundamentales erinnern", sagte Hirschhausen.
"Ich merkte in seinen Augen, wie sehr ihn das umtreibt"
Ein weiterer Schwerpunkt der Dokumentation ist das Thema Desinformation. Dieses habe er auch gegenüber dem Papst bei der Audienz am Mittwoch angesprochen. "Ich merkte in seinen Augen, wie sehr ihn das umtreibt", sagte Hirschhausen mit Blick auf Papst Leo und referierte dabei auf eine mögliche Papst-Enzyklika zu Künstlicher Intelligenz und Desinformation.
"Es ist ein Kampf zwischen Gut und Böse. Es ist ein Kampf um das, was wir für wahr und für richtig halten, und das hat ganz viel mit Desinformation zu tun", erläutert Hirschhausen den Zusammenhang zwischen Fake-News und Kampagnen gegen den Klimaschutz.
Auf seiner Recherchereise habe er oft erlebt, wie Spiritualität und Umweltbewusstsein zusammenwirken. Was er dort gelernt hat, stellt er als These wie folgt auf: "Wir verbrauchen so viel, weil wir nicht mehr wissen, was wir wirklich brauchen."