Hirschhausen wünscht sich mehr kirchliches Engagement für Klimaschutz

"Luft nach oben"

Eckart von Hirschhausen lobt das Engagement der Kirchen für den Klimaschutz, wünscht sich jedoch weitere Schritte. Handlungsbedarf sehe er vor allem bei kirchlichen Häusern, Kindergärten, Kliniken und in der Verwaltung.

Eckard von Hirschhausen auf der Bühne (Archiv) / © Jens Schulze (epd)
Eckard von Hirschhausen auf der Bühne (Archiv) / © Jens Schulze ( epd )

Die Kirchen haben nach Ansicht von Arzt und Wissenschaftsjournalisten Eckart von Hirschhausen "noch Luft nach oben" beim Thema Klimaschutz. Handlungsbedarf sehe er vor allem bei kirchlichen Kapitalanlagen, bei der Verwaltung kirchlicher Ländereien und beim Essen in kirchlichen Häusern, Kliniken und Kindergärten, sagte er im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Auf diesen Feldern sollten die Kirchen Vorbild sein für Politik und Gesellschaft.

Energetische Sanierung eines Wohngebäudes / © Arno Burgi (dpa)
Energetische Sanierung eines Wohngebäudes / © Arno Burgi ( dpa )

Auf der Weltklimakonferenz hatte Hirschhausen mit Bischöfen aus dem Amazonas wie auch von den Philippinen gesprochen. Das habe ihm gezeigt: "Die Menschen, die heute am härtesten leiden, etwa unter extremen Hurrikans und Überschwemmungen, kommen kaum medial bei uns vor." Allerdings habe die Kirche ihre Antennen rund um die Welt, so Hirschhausen. 

Angesichts dessen, dass für die Fleischproduktion "das artenreichste, was wir haben, der Regenwald, zerstört wird, muss doch klar sein: In katholischen Krankenhäusern oder Kindergärten gibt es kein Billigfleisch, sondern leckere pflanzenbasierte und regionale Küche", mahnte Hirschhausen.

Land nur für regenerative Landwirtschaft

Als Besitzer von viel Land sollten die Kirchen dieses nur für regenerative Landwirtschaft verpachten, fügte er hinzu. Denn fruchtbare Böden seien ein immer knapperes, kostbares Gut. Zudem sollten sich die Kirchen bei ihren Kapitalanlagen verpflichten, "den Umbau hin zu erneuerbarer Energie, nachhaltiger Wirtschaft und zu mehr Fairness und Gerechtigkeit" zu fördern.

Auch wenn er noch Verbesserungsbedarf sehe, freue er sich insgesamt über das große kirchliche Engagement für die Bewahrung der Schöpfung, Gerechtigkeit und Frieden, ergänzte Hirschhausen. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg sei die 2015 veröffentlichte Enzyklika "Laudato si" gewesen, das Lehrschreiben von Papst Franziskus zu Umwelt- und Klimaschutz. Und dazu hatte er sich mit führenden Wissenschaftlern vom Potsdam Institut beraten wie Joachim Schellnhuber und Ottmar Edenhofer.

ARD-Doku zu zehn Jahre "Laudato si"

Derzeit arbeitet der frühere Kabarettist und TV-Moderator an einer ARD-Doku zu "Laudato si" und den Folgen. Ausgestrahlt wird sie voraussichtlich während des Katholikentags in Würzburg - am 14. Mai, dem Feiertag Christi Himmelfahrt.

Enzyklika "Laudato si"

Klimawandel, Artenvielfalt, Trinkwasser: Diese Themen bestimmen die Umweltenzyklika von Papst Franziskus. Er wendet sich damit an "alle Menschen guten Willens" - und erklärt, warum eine ökologische Umkehr auch soziale Gerechtigkeit bedeutet. Papst Franziskus hat die reichen Industrienationen zu einer grundlegenden "ökologischen Umkehr" aufgefordert, um globale Umweltzerstörung und Klimawandel zu stoppen.

Deutsche Ausgabe der Enzyklika "Laudato si" / © Cristian Gennari/Romano Siciliani (KNA)
Deutsche Ausgabe der Enzyklika "Laudato si" / © Cristian Gennari/Romano Siciliani ( KNA )
Quelle:
KNA