Betroffene sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim sowie deren Angehörige können sich an einer wissenschaftlichen Aufarbeitungsstudie beteiligen. Ein Forschungskonsortium sucht dafür Interviewpartner, wie das Bistum am Mittwoch mitteilte. Gespräche seien bis Juli möglich.
Im Mittelpunkt der Interviews sollen persönliche Berichte über erlebte Taten, deren Auswirkungen auf das eigene Leben sowie Wahrnehmungen zum Umgang kirchlicher Stellen stehen. Nach Angaben des Forschungsteams ist vor allem entscheidend, was die Interviewten selbst erzählen möchten.
Studie beleuchtet Missbrauch seit 1945
Die Interviews sind Teil einer umfassenden Studie, die der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer im März 2025 in Auftrag gegeben hat. Es handelt sich um die dritte große Untersuchung zur sexualisierten Gewalt in der Diözese nach Studien aus den Jahren 2017 und 2021.
Sie soll den Zeitraum von 1945 bis in die Gegenwart abdecken und neben einzelnen Fällen auch Strukturen sowie Lebensgeschichten von Betroffenen und deren Familien in den Blick nehmen. Ziel sei es, Taten, Strukturen und Folgen systematisch aufzuarbeiten und daraus Konsequenzen für Prävention, Erinnerungskultur und besseren Schutz vor weiterer Gewalt zu ziehen, so das Bistum.
Beteiligt sind unter anderem das Institut für soziale Arbeit in Münster, Forschungseinrichtungen in Heidelberg und Berlin sowie die Universitätsmedizin Rostock. Interessierte können sich per E-Mail an die Wissenschaftlerin Inka Janssen von der Uni Rostock wenden: inkameike.janssen@med.uni-rostock.de