Angesichts möglicher AfD-Regierungen auf Länderebene ruft der Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen die deutschen Bistümer zu Solidarität auf. "Werden gerade die finanziell starken Bistümer im Westen, falls nötig, finanziell einspringen?", schreibt Dirk Bingener am Dienstag in einem Beitrag für das Portal katholisch.de.
Hintergrund ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September, nach der es laut Umfragen zu einer Alleinregierung der AfD kommen könnte. Die AfD hat in ihrem Wahlprogramm unter anderem angekündigt, die Zahlung der Staatsleistungen an die Kirchen und den staatlichen Kirchensteuereinzug einzustellen.
Betroffen davon wäre das Bistum Magdeburg. Dessen Bischof Gerhard Feige betonte, dass diese Pläne die Diözese existenziell bedrohen würden, da ein großer Teil des Haushalts aus den Staatsleistungen stamme.
"Der Weckruf aus Magdeburg richtet sich an die ganze Kirche", so Bingener weiter. Die Deutsche Bischofskonferenz brauche eine grundsätzliche Strategie, wie sie mit solchen Herausforderungen umgehe.
"Wie lässt sich dann die Arbeit von Pfarreien, Schulen und sozialen Einrichtungen sichern? Wie geht man damit um, wenn kirchliche Stimmen systematisch delegitimiert werden?", fragt Bingener. Zudem brauche es Schutz für kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die unter politischem Druck stehen. "Es wird Zeit, Antworten auf diese Fragen zu finden", betont der missio-Präsident.