Adolfo Tito Yllana (78) hat seinen Dienst während der Corona-Pandemie angetreten und ihn im Krieg beendet. Das sagte er bei einem Gottesdienst vor Kirchenvertretern und Diplomaten in Jerusalem. Im Namen der Kirche in Israel und Palästina dankte der Lateinische Patriarch, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem Erzbischof, der viereinhalb Jahre lang Nuntius in Israel und Apostolischer Delegat für Jerusalem und Palästina war. Im Januar hatte Papst Leo XIV. dessen Rücktritt angenommen und den italienischen Erzbischof und Vatikan-Diplomaten Giorgio Lingua (65) zum Nachfolger ernannt.
In einem Land, "das von Konflikten, Wunden und Missverständnissen zerrissen ist, wo die Parteien oft den Hals versteifen und die Wahrheit verschwunden zu sein scheint", habe der Botschafter geduldig Beziehungen aufbauen und den Dialog offenhalten müssen, sagte Pizzaballa in der Predigt. Auch sei seine Aufgabe gewesen, dafür zu sorgen, dass die "Stimme des Evangeliums und der Vernunft nicht vom Waffengeklirr oder der Hartnäckigkeit von Vorurteilen übertönt wird". Das Land sei tragischerweise mehrfach gespalten: Neben dem zentralen israelisch-palästinensischen Konflikt bestünden "innere Spaltungen, Misstrauen, physische und spirituelle Mauern".
"Kirche blüht trotz Spannungen und Konflikten"
In dieser Lage habe der Botschafter in den vergangenen Jahren viele Zeichen des Wirkens Gottes gesehen und gefördert. "Trotz diplomatischer Spannungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel, trotz schwieriger politischer Umstände, blüht die Kirche im Heiligen Land weiterhin auf."
Katholische Schulen, Krankenhäuser, Pfarreien und der interreligiöse Dialog zeigten, dass das Reich Gottes wirke, so der Patriarch. Der Nuntius sei "jener Diener, der an vorderster Front diese Realitäten schützt und fördert. Und der weiß, dass es hier keine Neutralität gibt". Denn Kirche im Heiligen Land zu sein "bedeutet Sammeln, nicht Zerstreuen. Es bedeutet, Werkzeuge der Einheit zu sein, wo die Welt Spaltung sät."
Nuntius kehrt in philippinische Heimat zurück Yllana wird morgen das Land verlassen und in seine philippinische Heimat zurückkehren. Dort wolle er sich in den Dienst seiner Diözese und ihres Ortsbischofs stellen, Gottesdienste feiern und das Sakrament der Firmung spenden, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). In den kommenden Tagen werde dann Yllanas Nachfolger Lingua in Jerusalem eintreffen und seinen Dienst antreten. In den vergangenen Tagen hatte dieser sich bei den vatikanischen Behörden und auch beim Papst persönlich letzte Instruktionen für seinen Dienst in der Krisenregion eingeholt.