Wenn die Kirche sich vor allem mit sich selbst beschäftigt, verfehlt sie ihren Auftrag für die Menschheit. Dieser Gedanke stand im Zentrum der Ausführungen von Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz für Pilger aus allen Erdteilen am Mittwoch. Anders als das Volk Israel werde die Kirche aus Menschen aller Nationen gebildet, erklärte der Papst.
Ihr einigendes Band sei nicht Sprache, Ethnie oder Kultur, sondern der Glaube an Jesus Christus und die Zugehörigkeit zu ihm. Daher sei die Kirche als Volk Gottes anders als alle einzelnen Völker der Erde. Wer zu diesem Volk gehöre, dem gehe es nicht um Verdienste oder Titel.
Das Einzige, was zähle, sei die Verbundenheit mit Christus, dem Retter aller Menschen, erklärte Leo XIV. Daher könne die Kirche "niemals nur auf sich selbst bezogen sein, sondern sie ist offen für alle und sie ist für alle da", betonte der Papst. Die Kirche sei dazu berufen, sich über alle Völker und alle Zeiten zu erstrecken.
"In der Kirche ist Platz für alle"
Weiter sagte Leo: "Das bedeutet, dass es in der Kirche für alle Platz gibt und geben muss, und dass jeder Christ dazu berufen ist, das Evangelium zu verkünden." Die Kirche zeige ihr Katholischsein darin, dass sie "die Reichtümer und Ressourcen der unterschiedlichen Völker annimmt und ihnen zugleich das Neue des Evangeliums anbietet".
Der Papst schloss mit den Worten: "Es ist ein großes Hoffnungszeichen – vor allem in unseren von Kriegen und Konflikten geprägten Tagen – zu wissen, dass die Kirche ein Volk ist, in dem dank der Kraft des Glaubens Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Sprachen und Kulturen zusammenleben."
Auf diese Weise sei die Kirche ein prophetisches Zeichen für die gesamte Menschheit, die zu Frieden und Einheit berufen sei.