Bistum Osnabrück verkauft Kommende Lage in Rieste

Finanzielle Zwangslage

Finanzielle Nöte zwingen das Bistum Osnabrück zum Verkauf der Kommende Lage in Rieste. Die Sanierung kostet Millionen und ist nicht tragbar. Die betroffenen Ordensleute ziehen aus, doch die Pfarrei behält die Kirche und das Pfarrhaus.

Eingang zur Kommende Lage  (Bistum Osnabrück)

Das Bistum Osnabrück muss die historische Kommende Lage in Rieste verkaufen: Die Kosten für die dringend nötige Sanierung des jahrhundertealten Gebäudes übersteigen die finanziellen Möglichkeiten. 

Wie das Bistum am Mittwoch mitteilte, hatte Generalvikar Ulrich Beckwermert die Gemeinde bereits am Vortag (10. März) über die Entscheidung informiert. Während die Kommende zum Verkauf steht, bleibt das angrenzende Pfarrhaus im Besitz der Pfarrgemeinde. Auch die Wallfahrt soll weiterhin vom Bistum unterstützt werden, betonte Beckwermert. Der Verkaufsprozess beginne sofort.

Osnabrücker Generalvikar Ulrich Beckwermert (Bistum Osnabrück)

"Die Kirche Sankt Johannes der Täufer ist ein geistlicher Leuchtturm – und das soll sie bleiben", erklärte Beckwermert. "Doch in unserer aktuellen finanziellen Situation, mit hohem Konsolidierungsbedarf, können wir die Sanierungskosten nicht tragen." Allein die grundlegenden Renovierungsarbeiten würden einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag erfordern. 

Das Bistum hat daher eine Maklerfirma beauftragt und sucht nun einen seriösen Käufer, der die Geschichte des Ortes respektiert und ein überzeugendes Nutzungskonzept vorlegt. "Nicht alle Gebäude können wir auf Dauer halten", räumte Beckwermert ein.

Ordensgemeinschaften verlassen die Kommende

Mit dem Verkauf verbunden ist der Abzug der beiden Ordensgemeinschaften, die derzeit in der Kommende leben. Die fünf Brüder der Franziskaner-Minoriten, seit 2021 vor Ort, werden nach der Wallfahrtssaison 2026 ausziehen. 

Franziskanerbruder – Hände vor dem Habit gefaltet, am Gürtel hängt ein Rosenkranz mit einem Holzkreuz / © Harald Oppitz (KNA)
Franziskanerbruder – Hände vor dem Habit gefaltet, am Gürtel hängt ein Rosenkranz mit einem Holzkreuz / © Harald Oppitz ( KNA )

Die beiden Klarissen-Kapuzinerinnen, die vor zwei Jahren auf Probe eingezogen waren, verlassen Lage bereits Ende August – ihr neuer Standort wird Xanten sein. Den Franziskanern wurde zwar das benachbarte Pfarrhaus als Alternative angeboten, doch sie sehen ihre Aufgabe eng mit der Kommende verbunden.

800 Jahre Geschichte – und eine ungewisse Zukunft

Die Kommende Lage blickt auf eine lange Tradition zurück: Seit dem 13. Jahrhundert prägt klösterliches Leben den Ort, den Graf Otto von Tecklenburg einst dem Johanniterorden überließ. Nach der Klosterauflösung 1810 diente das Gebäude zeitweise sogar als Hotel. 1999 erwarb das Bistum Osnabrück die Anlage. 

Die Wallfahrt, mit ihrer charakteristischen Kreuztracht, ist seit rund 800 Jahren ein fester Bestandteil der Region. Pilgergruppen tragen dabei ein 135 Kilogramm schweres Kreuz um die Kirche – ein Symbol der Solidarität mit Menschen in Not. 

Bistum Osnabrück

Das Bistum Osnabrück besteht seit mehr als zwölf Jahrhunderten. Die Anfänge gehen bis aufs Jahr 780 zurück, als Kaiser Karl der Große in Osnabrück eine Missionsstation errichtete. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich die räumliche Gestalt des Bistums Osnabrück mehrfach.

Sonnenschein am Dom zu Osnabrück / © Nicolas Ottersbach (DR)
Sonnenschein am Dom zu Osnabrück / © Nicolas Ottersbach ( DR )
Quelle:

Die domradio- und Medienstiftung

Unterstützen Sie lebendigen katholischen Journalismus!

Mit Ihrer Spende können wir christlichen Werten eine Stimme geben, damit sie auch in einer säkulareren Gesellschaft gehört werden können. Neben journalistischen Projekten fördern wir Gottesdienstübertragungen und bauen über unsere Kanäle eine christliche Community auf. Unterstützen Sie DOMRADIO.DE und helfen Sie uns, hochwertigen und lebendigen katholischen Journalismus für alle zugänglich zu machen!

Hier geht es zur Stiftung!