Nach Verurteilung wegen Veruntreuung meldet Priester Insolvenz an

Geld kann nicht zurückgezahlt werden

In dem Fall eines straffällig gewordenen Priesters aus dem Bistum Trier gibt es eine neue Entwicklung. Nach seiner Verurteilung wegen Veruntreuung von Kirchengeldern hat sich der Geistliche jetzt für zahlungsunfähig erklärt.

Kirche und Finanzen / © Harald Oppitz (KNA)
Kirche und Finanzen / © Harald Oppitz ( KNA )

Ein wegen Veruntreuung von Kirchengeldern verurteilter Priester im Bistum Trier hat Privatinsolvenz angemeldet. "Die Konsequenzen daraus prüft das Bistum derzeit", sagte eine Sprecherin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Dienstag. Zuvor hatte die Zeitung "Trierischer Volksfreund" berichtet.

Der Mann war Ende 2024 in Bitburg zu einer 21-monatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Urteil bezog sich auf die Veruntreuung von 130.000 Euro. Nach neuen Erkenntnissen soll er aber noch Zehntausende Euro mehr aus kirchlichen Kassen genommen haben.

Priester räumte im Verfahren sein Fehlverhalten ein

Der Priester hatte die Mittel auf eigene Konten umgeleitet. In dem Prozess hatte der Pfarrer ausgesagt, das Geld für Luxusgüter, Reisen und ein teures Auto verwendet zu haben. Er habe sich nach gesundheitlichen Problemen etwas gönnen wollen. Der Priester räumte im Verfahren sein Fehlverhalten ein und entschuldigte sich.

Der Priester ist seit Ende 2023 von seinen priesterlichen Aufgaben suspendiert und arbeitet im kirchlichen Verwaltungsbereich. Er hat sich zur Rückzahlung der veruntreuten Gelder verpflichtet. Der Mann habe "eine administrative Aufgabe" außerhalb von Seelsorge und Pfarramt übernommen, so die Bistumssprecherin.

Bistum Trier

Das Bistum Trier ist das älteste in Deutschland. Es erstreckt sich über eine Fläche von 12.870 Quadratkilometern. Im Bistum Trier, das Grenzen zu Frankreich, Luxemburg und Belgien hat, leben etwa 2,5 Millionen Menschen, davon sind 1,1 Millionen katholisch. 

Als erster Bischof von Trier gilt der Heilige Eucharius im dritten Jahrhundert. Das spätere Erzbistum, dessen Oberhirten seit 1198 auch Kurfürsten waren, war eines der wichtigsten im alten Reich. Es umfasste ein Gebiet vom französischen Stenay an der Maas im Westen bis vor Gießen im Osten. 

Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht (KNA)
Liebfrauenkirche und Trierer Dom / © Julia Steinbrecht ( KNA )
Quelle:
KNA