Die von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) verabschiedete Leitlinie "Den Weg des Lebens gehen" findet breite Zustimmung bei den Maltesern. Das Papier vertritt einen klaren suizidpräventiven Ansatz und spricht sich gegen assistierten Suizid in katholischen Einrichtungen aus.
Als Träger von Krankenhäusern, Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen sowie Hospizdiensten unterstützen die Malteser diesen Kurs ausdrücklich.
Fokus auf Begleitung und Lebensperspektiven
Für den Vorstandsvorsitzenden der Malteser, Elmar Pankau, ist die Leitlinie eine "wichtige Richtschnur" für den Umgang mit Suizidalität. In der täglichen Arbeit begegne man schwer kranken und hochaltrigen Menschen, die sich mitunter den Tod herbeisehnen. Solche Todeswünsche seien in sozialen oder psychischen Krisen nicht unnormal, jedoch selten stabil.
Die Antwort der Malteser auf solche Gedanken sei die Hilfe zum Weiterleben oder die Begleitung in einem natürlichen Sterbeprozess. "Wir richten unseren Fokus auf die Suizidprävention, darauf, wie man Menschen mit einem Todeswunsch Schmerzen nehmen kann, wie mit ihnen gemeinsam Lebensperspektiven entwickelt, Angst genommen und Lebensfreude erlebt werden kann", so Pankau.
Forderung nach gesetzlichen Schutzräumen
Hintergrund der Debatte ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2020, das ein "Recht auf Selbsttötung" formulierte. Da im Bundestag bislang keine Mehrheit für eine Neuregelung des assistierten Suizids gefunden wurde, drängen die Malteser auf die Verankerung sogenannter "institutioneller Schutzräume".
Pankau betont, dass es in einer pluralen Gesellschaft Einrichtungen geben müsse, die einen schützenden Raum darstellen – insbesondere für jene, die sich dem assistierten Suizid im Nachbarzimmer nicht aussetzen wollen. Ziel sei es, dass Träger die Möglichkeit erhalten, Sterbehilfeorganisationen den Zugang zur Durchführung eines assistierten Suizids in den eigenen Räumen zu verwehren. Nur so könne eine hospizlich-palliative Kultur am Lebensende ohne äußeren Druck gewährleistet werden.