Malteser unterstützen Leitlinie der Bischöfe zur Suizidprävention

Gegen assistierten Suizid

Die Malteser unterstützen die Position der Deutschen Bischofskonferenz zur Suizidprävention. Sie betonen die große Bedeutung von Schutzräumen in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern für die Sicherheit der Betroffenen.

Eine Hand hält einen Patienten / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Hand hält einen Patienten / © Harald Oppitz ( KNA )

Die von der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) verabschiedete Leitlinie "Den Weg des Lebens gehen" findet breite Zustimmung bei den Maltesern. Das Papier vertritt einen klaren suizidpräventiven Ansatz und spricht sich gegen assistierten Suizid in katholischen Einrichtungen aus. 

Als Träger von Krankenhäusern, Altenhilfe- und Pflegeeinrichtungen sowie Hospizdiensten unterstützen die Malteser diesen Kurs ausdrücklich.

Fokus auf Begleitung und Lebensperspektiven

Für den Vorstandsvorsitzenden der Malteser, Elmar Pankau, ist die Leitlinie eine "wichtige Richtschnur" für den Umgang mit Suizidalität. In der täglichen Arbeit begegne man schwer kranken und hochaltrigen Menschen, die sich mitunter den Tod herbeisehnen. Solche Todeswünsche seien in sozialen oder psychischen Krisen nicht unnormal, jedoch selten stabil.

Malteser in Deutschland

Die Gemeinschaft der Malteser geht zurück auf ein vom seligen Gerhard gegründetes Hospiz in Jerusalem. Dessen Bruderschaft schlossen sich 1099 die ersten Ritter aus dem Abendland an. 1113 wurde der Orden vom Papst bestätigt. Durch die Jahrhunderte verlagerte sich der Hauptsitz über Rhodos nach Malta – daher der Name "Malteser" – und schließlich nach Rom. Ab 1310 wurde ein Hospital- und Sanitätswesen aufgebaut, das die weltweite Bekanntheit des Malteserordens begründete.

Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz (KNA)
Eine Person mit einer Jacke des Malteser Hilfsdienstes, auf der das Logo mit dem Malteserkreuz angebracht ist, beim Gottesdienst zu Fronleichnam am 11. Juni 2020 in Köln. / © Harald Oppitz ( KNA )

Die Antwort der Malteser auf solche Gedanken sei die Hilfe zum Weiterleben oder die Begleitung in einem natürlichen Sterbeprozess. "Wir richten unseren Fokus auf die Suizidprävention, darauf, wie man Menschen mit einem Todeswunsch Schmerzen nehmen kann, wie mit ihnen gemeinsam Lebensperspektiven entwickelt, Angst genommen und Lebensfreude erlebt werden kann", so Pankau.

Forderung nach gesetzlichen Schutzräumen

Hintergrund der Debatte ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2020, das ein "Recht auf Selbsttötung" formulierte. Da im Bundestag bislang keine Mehrheit für eine Neuregelung des assistierten Suizids gefunden wurde, drängen die Malteser auf die Verankerung sogenannter "institutioneller Schutzräume".

Pankau betont, dass es in einer pluralen Gesellschaft Einrichtungen geben müsse, die einen schützenden Raum darstellen – insbesondere für jene, die sich dem assistierten Suizid im Nachbarzimmer nicht aussetzen wollen. Ziel sei es, dass Träger die Möglichkeit erhalten, Sterbehilfeorganisationen den Zugang zur Durchführung eines assistierten Suizids in den eigenen Räumen zu verwehren. Nur so könne eine hospizlich-palliative Kultur am Lebensende ohne äußeren Druck gewährleistet werden. 

Hilfe bei Suizidgedanken

Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Die Angebote der Telefonseelsorge haben sich immer weiter spezialisiert / © Markus Scholz (dpa)
Die Angebote der Telefonseelsorge haben sich immer weiter spezialisiert / © Markus Scholz ( dpa )
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