Papst ernennt Italiener Caccia zu seinem Botschafter in den USA

Wechsel an diplomatischem Angelpunkt

Es ist eine Weichenstellung im Geburtsland des Papstes. Leo XIV. hat den Rücktritt des langjährigen Botschafters in den USA angenommen. Der Nachfolger von Kardinal Christophe Pierre hat viel Erfahrung in den Vereinigten Staaten.

Eine große US-Amerikanische Fahne, dahinter Papst Leo XIV. im Papamobil auf dem Petersplatz im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani (KNA)
Eine große US-Amerikanische Fahne, dahinter Papst Leo XIV. im Papamobil auf dem Petersplatz im Vatikan / © Vatican Media/Romano Siciliani ( KNA )

Wechsel an einem diplomatischen Dreh- und Angelpunkt: Der italienische Vatikandiplomat Gabriele Giordano Caccia (68) wird neuer Papst-Botschafter in den USA. Papst Leo XIV. ernannte Erzbischof Caccia, seit 2019 Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, zum Nachfolger von Kardinal Christophe Pierre, wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Der französische Geistliche, seit 2016 Nuntius in Washington, war Ende Januar 80 Jahre alt geworden.

Erzbischof Gabriele Caccia  (shutterstock)

Caccia wurde 1958 in Mailand geboren. Der promovierte Theologe und studierte Kirchenrechtler trat 1991 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach Stationen in Tansania und im vatikanischen Staatssekretariat ernannte ihn Benedikt XVI. 2009 zum Nuntius im Libanon und zum Titularerzbischof von Sepino. 2017 ernannte ihn Papst Franziskus zum Nuntius auf den Philippinen und sandte ihn 2019 zum Sitz der Vereinten Nationen in New York.

"Freude und Beklommenheit"

Caccia reagierte "geehrt und zutiefst dankbar für die Entscheidung des Heiligen Vaters", ihn zum Nuntius in dem Land zu ernennen, in dem der Papst selbst geboren und aufgewachsen ist, wie das Portal "Vatican News" berichtet. Er nehme diese Mission "mit Freude und Beklommenheit" an: eine Mission im Dienste der Gemeinschaft und des Friedens in jenem Land, das 2026 den 250. Jahrestag seiner Gründung begeht.

Darüber hinaus zeigte er sich ermutigt durch Herzlichkeit und Offenheit, die er von Ortskirche, Bevölkerung und Institutionen in den USA erfahren habe, wo er seit Jahren tätig ist.

Nuntius Pierre Schlüsselfigur für Franziskus

Der scheidende Nuntius Pierre wurde 1946 in Rennes geboren und 1970 zum Priester geweiht. Als Vatikan-Diplomat wirkte er in Haiti, Uganda und Mexiko, bevor ihn Papst Franziskus nach Washington beförderte.

Erzbischof Christophe Louis Yves Georges Pierre, Apostolischer Nuntius in den USA, in Rom (Italien). / © 	Cristian Gennari/Romano Sicilian (KNA)
Erzbischof Christophe Louis Yves Georges Pierre, Apostolischer Nuntius in den USA, in Rom (Italien). / © Cristian Gennari/Romano Sicilian ( KNA )

Pierre war entscheidend daran beteiligt, dass wichtige Bischofsstühle in den USA mit Geistlichen besetzt wurden, die in Franziskus' Sinne eine offenere Linie vertraten und sich nicht als konservative Kulturkämpfer profilierten. Im September 2023 machte ihn Franziskus zum Kardinal - für amtierende Papst-Botschafter eine außergewöhnliche Auszeichnung.

Die katholische Kirche in den USA

Die römisch-katholische Kirche ist die größte Glaubensgemeinschaft der USA, denn die Protestanten teilen sich in verschiedene Konfessionen. Ein knappes Viertel der US-Amerikaner ist katholisch, die meisten Katholiken leben im Nordosten und im Südwesten. Genaue Zahlen sind schwierig, weil in den USA der Wechsel einer Konfession sehr häufig vorkommt.

Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 (shutterstock)
Die katholische Kirche in den USA / © rawf8 ( shutterstock )
Quelle:
KNA
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