Das evangelische Entwicklungswerk Brot für die Welt pocht auf mehr Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit. Ohne diese ließen sich Hunger und Landzerstörung in vielen Ländern nicht wirksam bekämpfen, sagte die Präsidentin Dagmar Pruin am Samstag in Berlin. "Frauen sind zentrale Akteurinnen in der Ernährungssicherung - auch deshalb müssen sie Ressourcen, Mitsprache und rechtliche Sicherheit haben."
Frauen leisteten vor allem in Ländern des Globalen Südens den Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit - beim Anbau, Ernten, Weiterverarbeiten und in der Versorgung von Familien, so das Hilfswerk. Die Frauen seien unentbehrlich für die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion.
"Dennoch besitzen sie selten eigenes Land, haben nur eingeschränkten Zugang zu Saatgut, Krediten und technischen Hilfen und sind bei wichtigen Entscheidungen unterrepräsentiert", kritisiert Brot für die Welt anlässlich des Frauentags am Sonntag und des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft.
Frauen als Führungskräfte
Das Hilfswerk verwies zudem auf eine Doppelbelastung durch unbezahlte Haus- und Sorgearbeit. Der ökonomischen und sozialen Bedeutung von Frauenarbeit stehe die mangelnde Gleichstellung von Frauen und die Missachtung ihrer Rechte sowie der Rechte von queeren Menschen weltweit gegenüber.
Anurita Hazarika, Geschäftsführerin der Partnerorganisation North East Networks, einer Frauenrechtsorganisation in Indien, forderte: "Die Führungskompetenz von Frauen muss dringend und konsequent in alle Phasen der politischen Planung und Entscheidungsfindung für nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken einbezogen werden. Nur so können widerstandsfähige Gemeinschaften aufgebaut werden."