Hilfswerk Brot für die Welt betont Rolle von Frauen in Landwirtschaft

Ohne Frauen kein Ende des Hungers

Ohne Frauen läuft die Landwirtschaft in vielen Ländern nicht, trotzdem bleiben ihre Rechte oft schwach, kritisiert das "Brot für die Welt". Zum Weltfrauentag am 8. März fordert das evangelische Hilfswerk einen politischen Kurswechsel.

Junge Frau und ein Traktor auf einem Feld / © Iryna Imago (shutterstock)
Junge Frau und ein Traktor auf einem Feld / © Iryna Imago ( shutterstock )

Das evangelische Entwicklungswerk Brot für die Welt pocht auf mehr Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit. Ohne diese ließen sich Hunger und Landzerstörung in vielen Ländern nicht wirksam bekämpfen, sagte die Präsidentin Dagmar Pruin am Samstag in Berlin. "Frauen sind zentrale Akteurinnen in der Ernährungssicherung - auch deshalb müssen sie Ressourcen, Mitsprache und rechtliche Sicherheit haben."

Pfarrerin Dagmar Pruin, Präsidentin der Hilfswerke "Brot für die Welt" und Diakonie Katastrophenhilfe (epd)
Pfarrerin Dagmar Pruin, Präsidentin der Hilfswerke "Brot für die Welt" und Diakonie Katastrophenhilfe / ( epd )

Frauen leisteten vor allem in Ländern des Globalen Südens den Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit - beim Anbau, Ernten, Weiterverarbeiten und in der Versorgung von Familien, so das Hilfswerk. Die Frauen seien unentbehrlich für die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion. 

"Dennoch besitzen sie selten eigenes Land, haben nur eingeschränkten Zugang zu Saatgut, Krediten und technischen Hilfen und sind bei wichtigen Entscheidungen unterrepräsentiert", kritisiert Brot für die Welt anlässlich des Frauentags am Sonntag und des Internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft.

Frauen als Führungskräfte

Das Hilfswerk verwies zudem auf eine Doppelbelastung durch unbezahlte Haus- und Sorgearbeit. Der ökonomischen und sozialen Bedeutung von Frauenarbeit stehe die mangelnde Gleichstellung von Frauen und die Missachtung ihrer Rechte sowie der Rechte von queeren Menschen weltweit gegenüber.

Anurita Hazarika, Geschäftsführerin der Partnerorganisation North East Networks, einer Frauenrechtsorganisation in Indien, forderte: "Die Führungskompetenz von Frauen muss dringend und konsequent in alle Phasen der politischen Planung und Entscheidungsfindung für nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken einbezogen werden. Nur so können widerstandsfähige Gemeinschaften aufgebaut werden."

Hilfswerk "Brot für die Welt"

Als weltweit tätiges Entwicklungswerk der evangelischen Kirchen in Deutschland ist "Brot für die Welt" nach eigenen Angaben in mehr als 90 Ländern rund um den Globus aktiv. Gemeinsam mit lokalen Partnern hat das Hilfswerk den Ansatz, die Lebenssituation armer und ausgegrenzter Menschen zu verbessern. Zentraler Schwerpunkt der Arbeit ist die Ernährungssicherung. "Brot für die Welt"  unterstützt die arme und ländliche Bevölkerung darin, mit umweltfreundlichen und standortgerechten Methoden gute Erträge zu erzielen.

"Brot für die Welt" / © Jörg Sarbach (epd)
"Brot für die Welt" / © Jörg Sarbach ( epd )
Quelle:
epd