Bamberger Bischof erinnert an Vorbild der heiligen Kunigunde

Dem Frieden im Inneren nachjagen

Auch die heilige Kunigunde war als Kaiserin im 11. Jahrhundert mit politischen Unruhen und Intrigen konfrontiert. Ihre Art, für Frieden zu sorgen, wertet der Bamberger Erzbischof Herwig Göss als vorbildhaft auch für die heutige Zeit.

Kaiser Heinrich II. (rechts) und seine Gemahlin Kunigunde an der Adamspforte des Bamberger Domes / © Chris Redan (shutterstock)
Kaiser Heinrich II. (rechts) und seine Gemahlin Kunigunde an der Adamspforte des Bamberger Domes / © Chris Redan ( shutterstock )

Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl hat am Kunigundentag zum Frieden aufgerufen. Dieser lasse sich allerdings nicht durch Bomben herbeiführen, sondern nur im eigenen Herzen, sagte Gössl laut Redemanuskript am Samstag beim ökumenischen Frauenfest im Bamberger Dom. Die Welt werde dem Frieden keinen Schritt näherkommen, solange man immer nur versuche, auf die anderen einzuwirken - sei es gewalttätig, drohend, schmeichelnd oder auf welche Weise auch immer.

Gottesdienst am dritten Tag der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Kloster Steinfeld unter der Leitung von Erzbischof Herwig Gössl, Erzbischof von Bamberg 
 / © Nicolas Ottersbach (DR)
Gottesdienst am dritten Tag der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Kloster Steinfeld unter der Leitung von Erzbischof Herwig Gössl, Erzbischof von Bamberg / © Nicolas Ottersbach ( DR )
Erzbischof Herwig Gössl

Vielmehr gelte es, dem eigenen Frieden im Inneren nachzujagen, ihn zu suchen und ihn aus der Verbundenheit zu Gott heraus zu finden, erklärte der Erzbischof. Für diesen Prozess der inneren Friedensarbeit sei die heilige Kunigunde ein Vorbild und eine mächtige Fürsprecherin. Diese hatte gemeinsam mit ihrem Mann, dem heiligen Kaiser Heinrich, im Jahr 1007 das Bistum Bamberg gegründet. Sie starb am 3. März 1033 und wurde 1200 heiliggesprochen.

Beharrlichkeit nötig

Auch Kunigunde habe sich zu ihren Lebzeiten mit Intrigen und politischen Unruhen konfrontiert gesehen, erinnerte Gössl. Durch ihre Friedfertigkeit und ihre Fähigkeit zu vergeben habe sie gezeigt, dass der Weg zu einem stabilen Frieden bei jeder und jedem Einzelnen beginne. Trotz Turbulenzen habe sie an ihrer inneren Gottesbeziehung festgehalten und gezeigt, wie der Glaube als Quelle des Friedens und als Kompass friedlichen Handelns fungiere.

Die evangelische Dekanin für den Dekanatsbezirk Bamberg, Sabine Hirschmann, hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Motto des Kunigundentags "Suche den Frieden und jage ihm nach" nicht als einmaliger Impuls zu verstehen sei. Vielmehr brauche Frieden oft Beharrlichkeit und eine leidenschaftliche Entschlossenheit. Neben der heiligen Kunigunde hätten im Lauf der Jahrhunderte viele Frauen eine solche beharrliche Friedensarbeit geleistet, so Hirschmann.

Geschichte des Erzbistums Bamberg

Auf der Reichssynode in Frankfurt, die am 1. November 1007 begann und die von acht Erzbischöfen und 27 Bischöfen besucht war, erwirkte König Heinrich II., der 1014 die Kaiserwürde erlangte, die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen von Würzburg und Eichstätt. Noch auf der Synode wurde Eberhard, des Königs Kanzler, vom Mainzer Erzbischof Willigis zum Oberhirten des neuen Grenzlandbistums geweiht. Ebenfalls noch auf der Synode wurde dem Bistum reiche Schenkungen verbrieft, um es auf eine solide Basis zu stellen.

Bamberger Reiter / © Andreas Zerndl (shutterstock)
Quelle:
KNA