Vor den anstehenden Kommunalwahlen in Bayern am kommenden Sonntag, dem 8. März 2026, haben katholische Reformgruppen in einer Pressemitteilung an die Verantwortung aller Christinnen und Christen appelliert, ihre Stimme für eine lebendige Demokratie einzusetzen. "Demokratie ist eng verzahnt mit dem christlichen Menschenbild", heißt es darin. Gerade in Zeiten, in denen viele Wahlberechtigte den Wahlen wenig Bedeutung beimessen, komme es auf jede einzelne Stimme an.
Die Herausgeber der Pressemitteilung sind die Gemeindeinitative, die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche, der Verein der Laienverantwortung Regensburg, die Initiative Münchener Kreis, sowie OrdensFrauen für MenschenWürde und Priester im Dialog.
Die Reformgruppen unterstützen ausdrücklich die Aktion "Unser starkes Kreuz für Demokratie", die von der evangelischen Landeskirche Bayerns ins Leben gerufen wurde. Gleichzeitig begrüßen sie die klaren Beschlüsse der Deutschen Bischofskonferenz, die sich für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt aussprechen. Besonders in diesem Wahljahr sei es wichtig, völkischem Nationalismus und menschenverachtenden Parolen entschieden entgegenzutreten.
Kirche vor Ort stärken - Mitbestimmung einfordern
In der Pressemitteilung wenden sich die Reformgruppen an die neu gewählten Pfarrgemeinderäte in Bayern. Diese sollen von der Kirchenleitung eine "echte Beteiligung und verbindliche Mitentscheidung" bei allen Fragen einfordern, die die Gemeinden betreffen. Angesichts der aktuellen Kirchenkrise sei dies entscheidend, damit das kirchliche Engagement weiterhin von der Basis mitgetragen werde.
"Kirche lebt von den Menschen vor Ort, von denjenigen, die den Gottesdienst besuchen, vom breiten Engagement der Ehrenamtlichen", so die Reformgruppen. Denn in der Gemeinde vor Ort - das gilt für die politische wie für die kirchliche Gemeinde - entscheidet sich die alltägliche Lebensqualität.
Forderungen nach Reformen
Kritisch äußern sich die Initiatoren zur Situation im Bistum Regensburg, wo die damaligen Entscheidungen von Bischof Gerhard Ludwig Müller die Mitbestimmungsrechte der Katholikenräte eingeschränkt hätten. Gefordert wird die Rückgängigmachung dieser Maßnahmen sowie die Abschaffung des Veto-Rechts für Pfarrer in allen Diözesen. Zudem müsse die gleichberechtigte Beteiligung von Frauen auf allen Ebenen endlich umgesetzt werden, um der Kirche neue Glaubwürdigkeit zu verleihen.
Abschließend betonen die Reformgruppen, dass die Kirche in einer von Einsamkeit und Egoismus geprägten Gesellschaft wieder stärker an der Botschaft Jesu orientiert sein müsse. Nur so könne sie "Heimat für alle Menschen guten Willens" werden.