Während seiner Zeit als Missionar und Priester in Peru hat der jetzige Papst Leo XIV. Frauen gezielt in Leitungsrollen gefördert. Das berichtet das spanische Portal "Vida Nueva" unter Berufung auf das Buch "León XIV, portrait d'un pape péruvien" ("Leo XIV., Porträt eines peruanischen Papstes") der Theologen César Piscoya und Véronique Lecaros.
Demnach erkannte Robert Prevost früh die zentrale Rolle von Frauen im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben und übertrug ihnen Verantwortung in der Organisation von Gemeinden und der Katechese.
Die Recherche zeigt: Bereits in den 1980er Jahren in Chulucanas band Prevost Frauen aktiv in die pastorale Arbeit ein. Später, in den 1990er Jahren in Trujillo, ermutigte er seine augustinischen Mitbrüder, mit Frauen auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten und Verantwortung zu teilen. Frauen übernahmen dabei unter anderem die Koordination pastoraler Programme und die Leitung von Arbeitsgruppen.
Eigenständige Akteurinnen
Auch später als Bischof von Chiclayo (2016-2022) setzte Prevost diesen Ansatz fort. Laut Piscoya und Lecaros setzte er dabei mehrere Frauen an die Spitze von Ausbildungs- und Organisationsaufgaben in der Pastoral.
Dem Buch zufolge prägten vor allem zwei Prinzipien die Arbeit Prevosts: Mitverantwortung und Würde. Frauen sollten in der Kirche nicht nur unterstützend tätig sein, sondern als eigenständige Akteurinnen an der Gestaltung des kirchlichen Lebens mitwirken.
Eine Laien-Mitarbeiterin beschrieb die Veränderungen so: "Man betrachtete uns innerhalb der Kirche als aktive Protagonistinnen, um Prozesse anzustoßen, die zuvor vor allem Priestern oder Ordensfrauen vorbehalten waren." Laut den Autoren gab es zwar Widerstände aus einigen Kreisen, doch Prevosts Vertrauen in Laien - besonders in Frauen - sei entscheidend gewesen.