Warum Erzbischof Koch gern die Paralympics schaut

Jubel, Trost und Mut

Für Berlins Erzbischof sind die Winter-Paralympics mehr als Sport. Heiner Koch sieht in Jubel, Trost und Mut ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und zieht eine Parallele zwischen dem Sportereignis und der Bibel.

Rollstuhlbasketball bei den Paralympics in Paris  / © Julian Stratenschulte (dpa)
Rollstuhlbasketball bei den Paralympics in Paris / © Julian Stratenschulte ( dpa )

Die am Freitag startenden Winter-Paralympics, bei denen Menschen mit Handicap in zahlreichen Sportarten gegeneinander antreten, haben einen festen Platz im Fernsehprogramm des katholischen Berliner Erzbischofs Heiner Koch. "Der Jubel über eine Medaille. Die Mitfreude der anderen Athletinnen und Athleten. Aber auch der Trost, den sie sich gegenseitig spenden; die Umarmungen, wenn die Tränen laufen. Nicht nur wegen des Sports, sondern auch wegen dieser Bilder schaue ich gerne die Olympischen und Paralympischen Spiele", sagte Koch in einem vorab veröffentlichten Beitrag für den rbb-Hörfunk. 

Berliner Erzbischof Heiner Koch  / © Walter Wetzler (privat)
Berliner Erzbischof Heiner Koch / © Walter Wetzler ( privat )

Besonders bei den Paralympics werde sichtbar: "Leistung entsteht nicht trotz, sondern mit den Bedingungen, die das Leben mitbringt." Als Christ berühre ihn das sehr, denn genau davon erzähle der Glaube: "Die Bibel ist voll von Menschen, die nicht perfekt sind. Die stolpern, zweifeln, scheitern - und gerade darin von Gott gesehen und gestärkt werden", so Koch weiter. "Nicht die Fehler zählen, sondern der Mensch. Nicht das, was fehlt, sondern das, was möglich ist." 

"Olympischer Geist" ist da 

Wenn er sich die Wettbewerbe ansehe, sei er überzeugt, dass es den oft beschworenen "olympischen Geist" gebe. "Ich sehe den Mut, über sich hinauszuwachsen. Und die Freude, dabei nicht allein zu sein", so Koch. "Das wünsche ich mir auch für unsere Gesellschaft: Wir sind dann stark, wenn wir einander anfeuern, statt auszuschließen. Wenn wir Vielfalt nicht als Problem sehen, sondern als Reichtum." 

Die deutsche Mannschaft der Para-Athleten wird am Freitag nicht an der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics im italienischen Verona teilnehmen. Sie protestiert damit gegen die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees, Athleten aus Russland und Belarus teilnehmen zu lassen. 

Sport- und Olympiaseelsorge

Die deutsche Olympiamannschaft wird seit mehr als 50 Jahren bei Sommer- und Winterspielen von einem ökumenischen Seelsorgerteam begleitet. Ein katholischer und ein evangelischer Geistlicher bieten den Athleten, Trainern und Betreuern Gesprächsmöglichkeiten und Gottesdienstbesuche an. Auch bei den Paralympischen Spielen stellen die beiden großen Kirchen ein Seelsorgerteam, das den Sportlern mit Behinderung zur Seite steht. Bei den Universiaden, den Weltsportspielen der Studenten, reisen meist ebenfalls Seelsorger mit.

Zuschauerin bei den olympischen Spielen / © Hendrik Schmidt (dpa)
Zuschauerin bei den olympischen Spielen / © Hendrik Schmidt ( dpa )
Quelle:
KNA