Die am Freitag startenden Winter-Paralympics, bei denen Menschen mit Handicap in zahlreichen Sportarten gegeneinander antreten, haben einen festen Platz im Fernsehprogramm des katholischen Berliner Erzbischofs Heiner Koch. "Der Jubel über eine Medaille. Die Mitfreude der anderen Athletinnen und Athleten. Aber auch der Trost, den sie sich gegenseitig spenden; die Umarmungen, wenn die Tränen laufen. Nicht nur wegen des Sports, sondern auch wegen dieser Bilder schaue ich gerne die Olympischen und Paralympischen Spiele", sagte Koch in einem vorab veröffentlichten Beitrag für den rbb-Hörfunk.
Besonders bei den Paralympics werde sichtbar: "Leistung entsteht nicht trotz, sondern mit den Bedingungen, die das Leben mitbringt." Als Christ berühre ihn das sehr, denn genau davon erzähle der Glaube: "Die Bibel ist voll von Menschen, die nicht perfekt sind. Die stolpern, zweifeln, scheitern - und gerade darin von Gott gesehen und gestärkt werden", so Koch weiter. "Nicht die Fehler zählen, sondern der Mensch. Nicht das, was fehlt, sondern das, was möglich ist."
"Olympischer Geist" ist da
Wenn er sich die Wettbewerbe ansehe, sei er überzeugt, dass es den oft beschworenen "olympischen Geist" gebe. "Ich sehe den Mut, über sich hinauszuwachsen. Und die Freude, dabei nicht allein zu sein", so Koch. "Das wünsche ich mir auch für unsere Gesellschaft: Wir sind dann stark, wenn wir einander anfeuern, statt auszuschließen. Wenn wir Vielfalt nicht als Problem sehen, sondern als Reichtum."
Die deutsche Mannschaft der Para-Athleten wird am Freitag nicht an der Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics im italienischen Verona teilnehmen. Sie protestiert damit gegen die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees, Athleten aus Russland und Belarus teilnehmen zu lassen.