Fastenprediger Zinner braucht Pause von schlechten Nachrichten

"Schon ein bisserl genervt"

Der Kabarettist, Musiker und Schauspieler Stephan Zinner nimmt sich bewusst eine Pause von den täglichen Negativmeldungen, um für den Nockherberg kreativ zu werden. Seine Fastenprediger-Rede entsteht dabei persönlich und ohne Kostüm.

Stephan Zinner / © Matthias Balk (dpa)
Stephan Zinner / © Matthias Balk ( dpa )

Stephan Zinner (51), demnächst als Fastenprediger auf dem Münchner Nockherberg vor Politprominenz zu erleben, ist angesichts der Nachrichtenlage zuletzt "schon ein bisserl" genervt gewesen. "Wenn man Nachrichten konsumiert wie ich, lässt man es normalerweise auch mal sein für einen Tag oder eine kurze Zeit", sagte der Kabarettist, Musiker und Schauspieler der "Süddeutschen Zeitung". 

Er verschaffe sich so eine Pause, denn 90 Prozent der Nachrichten seien eben schlechte. "Ist ja auch klar. Es ist halt nicht so spannend, dass 99 Leute unfallfrei über den Bürgersteig laufen, im Gegensatz zu dem einen, der dabei hinfällt." Die Nachrichtenlage sei extrem und werde auch so bleiben, so Zinner. "Man könnte bei dem vielen Stoff jede Woche eine neue Rede schreiben." Für seine Ansprache habe er eine "saubere Zettelwirtschaft“ Dabei handele es sich um kleine Bausätze und Abschnitte.

"Mein Mitautor und ich sammeln fleißig und stetig." Als gelernter Schauspieler baue er sich ein kleines dramaturgisches Gerüst. "Ob man das dann am Abend auch wirklich so macht oder nicht, ist natürlich eine ganz andere Frage. Ich weiß vom Kabarett, dass sich solche Pläne schnell in Luft auflösen." 

"Ich bin ich" 

Für die Rede habe er einfach angefangen, zu schreiben, erklärte der Künstler. "Mit dem weißen Blatt Papier hatte ich noch nie ein Problem. Ich setze mich gerne in der Früh hin und schreibe." Natürlich könne es sein, dass die ersten zwei Seiten dann wieder schnell im Müll landen – aber die seien auch nie umsonst gewesen. 

Auf die Frage, welche Figur denn in diesem Jahr die Ansprache halten werde, antwortete Zinner: "Ich. Ich bin ich. Nicht der Paulaner-Mönch Barnabas oder eine andere Kunstfigur." Eine Kutte werde er deshalb nicht tragen, auch keinen Hoodie - "sonst wird meine Mutter sauer und sagt hinterher: Bua, ziag dia a Hemd o." 

Zinner hat am Abend des 4. März Premiere als Fastenprediger am Münchner Nockherberg beim sogenannten Politiker-Derblecken anlässlich des Starkbier-Anstichs. Der Schauspieler stellte dort viele Jahre beim stets auch gezeigten Politiker-Singspiel den CSU-Politiker Markus Söder dar. Als Schauspieler kennt man den gebürtigen Trostberger auch als Metzger Simmerl aus den Eberhofer-Krimis, als Ermittler Dennis Eden im Münchner Polizeiruf sowie als unkonventionellen katholischen Pfarrer in der TV-Serie "Himmel, Herrgott, Sakrament". 

Quelle:
KNA