Papst Leo ermutigt Menschen in römischem Problemviertel

Zur "Heilung ihrer Wunden"

Der Papst leitet nicht nur die Weltkirche, sondern auch das Bistum Rom. Deshalb besucht er derzeit verschiedene Kirchengemeinden im Stadtgebiet. Am Sonntag war die Pfarrei im Problemviertel Quarticciolo an der Reihe.

Papst Leo XIV. / © Lola Gomez/Vatican Pool/Romano Siciliani (KNA)
Papst Leo XIV. / © Lola Gomez/Vatican Pool/Romano Siciliani ( KNA )

Papst Leo XIV. hat römische Katholiken in ihrem Engagement für die Gemeinschaft bestärkt. Bei dem Besuch einer Pfarrei im römischen Vorort Quarticciolo am Sonntag ermutigte er sie, trotz schwerwiegender Probleme im Viertel, weiterhin alle Menschen in ihrer Gemeinde aufzunehmen. "Setzen Sie diesen Weg der Öffnung gegenüber der Umgebung und der Heilung ihrer Wunden fort", appellierte Leo XIV. "Und ich hoffe, dass sich andere Ihnen anschließen, um hier in Quarticciolo ein Ferment des Guten und der Gerechtigkeit zu sein." Ausdrücklich lobte er das Engagement für Jugendliche in der Pfarrei.

Einige von ihnen hatte Leo XIV. bereits vor dem Gottesdienst gemeinsam mit ihren Familienangehörigen getroffen. Anschließend kam es zu einer Begegnung mit älteren, kranken und behinderten Angehörigen der Kirchengemeinde sowie deren ehrenamtlichen Betreuern. Die Gemeinde Christi Himmelfahrt im Osten der italienischen Hauptstadt wird von den Herz-Jesu-Priestern betreut, denen auch der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer von Hildesheim, angehört.

Arbeitslosigkeit und Kriminalität

Der Stadtteil mit rund 4.000 Einwohner wurde im Zuge des sozialen Wohnungsbaus nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet. Heute ist er geprägt von Arbeitslosigkeit, Drogenkonsum und einer steigenden Kriminalitätsrate. Die Region Latium und die Stadt Rom haben kürzlich angekündigt, 75 Millionen Euro für Gebäudesanierungen und eine bessere Infrastruktur in dem Stadtrand-Quartier investieren zu wollen.

Die Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt war Teil einer Reihe von Pastoralbesuchen des Papstes. Denn Leo XIV. ist nicht nur Oberhaupt der weltweit rund 1,4 Milliarden Katholiken, sondern auch Bischof der Diözese Rom, die mit rund 2,6 Millionen Katholiken in 330 Pfarreien nach Mailand das zweitgrößte Bistum in Italien ist. Im Februar besuchte Leo XIV. bereits Pfarrgemeinden in Ostia und im Zentrum. An den folgenden beiden Sonntagen wird Leo XIV. Angehörige zweier weiterer Kirchengemeinden treffen.

Bistum Rom

Das Bistum Rom nimmt eine Sonderstellung ein: Es ist der Sitz des jeweils amtierenden Papstes, der gleichzeitig immer der Bischof von Rom ist. Ein päpstlicher Vikar, der das Bistum Rom für den Papst verwaltet, ist erstmals unter Innozenz III. 1198 bezeugt. 1558 bestimmte Papst Paul IV., dass der Vikar jeweils ein Kardinal sein muss.

Der Lateranpalast in Rom (Archivbild) / © Gerlinde Pfirsching (KNA)
Der Lateranpalast in Rom (Archivbild) / © Gerlinde Pfirsching ( KNA )
Quelle:
KNA