Der Karnevals-Satiriker Jacques Tilly weist Vorwürfe aus Russland zurück, er habe die russisch-orthodoxe Kirche beleidigt. In einem Strafprozess gegen den Künstler in Moskau wurde am Donnerstag vor allem einer seiner Karnevals-Motivwagen von 2024 kritisiert, der Figuren von Präsident Wladimir Putin und dem russischen Patriarchen Kyrill I. beim Oralverkehr zeigt, wie die Düsseldorfer "Rheinische Post" am Donnerstag berichtete. Tilly erklärte der Zeitung, das Bild kritisiere nicht die Kirche als Ganzes, sondern nur Kyrill selbst: "Er hat den russischen Krieg in der Ukraine zum Heiligen Krieg erklärt."
Der Strafprozess gegen den Düsseldorfer Satiriker läuft derzeit in Russland, weil die Darstellung von Putin und Kyrill, aber auch weitere Motive unter anderem den Präsidenten und das russische Militär verunglimpft haben sollen. Nach Angaben des WDR könnte der Künstler in Abwesenheit zu mehreren Jahren Haft verurteilt werden. Ein Urteil sei bei dem Prozesstermin am Donnerstag noch nicht gefallen. Das Verfahren werde am 16. März fortgesetzt.
Tilly kritisiert weiter
Seinerseits warf Tilly dem russischen Patriarchen in der "Rheinischen Post" vor, er habe allen einen Sündenerlass versprochen, die im Ukrainekrieg für Russland sterben. "Dabei müsste sich ein Kirchenchef doch für den Frieden einsetzen, das Evangelium verkünden und sich nicht zum Kumpanen eines imperialistischen Regimes machen", so der Künstler.