Im Gottesdienst erklingen Teile aus der "Missa mundi" von Helmut L. Straßel, das bekannte Credo III und die Motette "When I am afraid" (Psalm 56) von Michael Bojesen. Die Orgel spielt Matthias Wand. Wie immer am ersten Sonntag im Monat wird die Liturgie in einigen Abschnitten in lateinischer Sprache gefeiert.
Evangelium am zweiten Fastensonntag im Lesejahr A: Matthäus 17,1-9
In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihnen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
Und Petrus antwortete und sagte zu Jesus: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Noch während er redete, siehe, eine leuchtende Wolke überschattete sie und siehe, eine Stimme erscholl aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr.
Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf und fürchtet euch nicht! Und als sie aufblickten, sahen sie niemanden außer Jesus allein. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemandem von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferweckt ist!
Auslegung zum Sonntagsevangelium von Hans Urs von Balthasar
Wenn der Bericht von der Verklärung Jesu überlieferterweise in der Fastenzeit steht, dann wird damit erinnert, dass diese Sichtbarwerdung der Herrlichkeit Jesu nach seiner Erklärung an die Jünger erfolgt, er breche nach Jerusalem auf, um dort zu leiden und zu sterben; bei Lukas wird außerdem berichtet, dass das Gespräch des Verklärten mit Mose und Elija sich um dieses sein Ende in Jerusalem gedreht habe. Die Jünger, Petrus voran, werden es bei der Gefangennahme Jesu mit der Angst zu tun bekommen und fliehen, aber auch hier, angesichts der überirdischen Offenbarung, "bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden". Beide Male aber kann ihre Angst nicht verhindern, dass sie das Wesentliche des Ereignisses mitbekommen. Auf dem Berg werden sie einer Öffnung des Himmels und einer Epiphanie des dreieinigen Gottes gewahr: der Vater verweist auf seinen "geliebten Sohn", auf den sie zu hören haben, und der Heilige Geist, in Gestalt einer lichten Wolke, nimmt sie in die Sphäre des Mysteriums hinein. Wirklich zu hören, wirklich überschattet zu werden, wird ihnen erst nach Ostern zuteilwerden. Auch von der Angst des Petrus in der Passion, eine ähnliche Verwirrung wie hier, da er die Hütten bauen will, wird erst die dreimalige Frage des Auferstandenen ihn lösen. In seinen Briefen wird er zum Zeugen beider Ereignisse und ihrer Zusammengehörigkeit werden (2 Petr 1,16ff; 1 Petr 2,21ff).
Hans Urs von Balthasar (Schweizer Theologe, 1905–1988), aus: Ders., Licht des Wortes. Skizzen zu allen Sonntagslesungen, 46–47, © Johannes Verlag Einsiedeln, Freiburg i.Br., 4. Auflage 2012
Quelle: Magnificat - das Stundenbuch