Spaniens Bischöfe stellen Papst-Aussagen zu rechter Ideologie klar

"Die Kirche gehört nicht einer Partei"

Nach Zeitungsberichten über angebliche Warnungen von Papst Leo haben die spanischen Bischöfe seine Aussagen präzisiert. Sie betonen, dass die Worte des Papstes richtig verstanden werden müssen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Archivbild: Spanische Bischöfe Ende November 2025 bei Papst Leo XIV. / © Vatican Media (VN)
Archivbild: Spanische Bischöfe Ende November 2025 bei Papst Leo XIV. / © Vatican Media ( VN )

Nach Angaben der spanischen Bischöfe hat Papst Leo XIV. bei einem Treffen nicht ausdrücklich vor dem Einfluss rechter Ideologien gewarnt. In einer Mitteilung stellten die Bischöfe klar, der Papst habe allgemein auf die Gefahren hingewiesen, den Glauben Ideologien zu unterwerfen – "ohne dabei eine bestimmte Gruppe zu nennen". 

Ebenso habe er sie dazu ermutigt, die Gemeinschaft unter allen Mitgliedern und Institutionen der Kirche zu fördern. 

Blick auf die Kathedrale von Sevilla mit spanischer Flagge im Vordergrund / © Farbregas Hareluya (shutterstock)
Blick auf die Kathedrale von Sevilla mit spanischer Flagge im Vordergrund / © Farbregas Hareluya ( shutterstock )

Zuvor hatte die Tageszeitung "El País" berichtet, das Oberhaupt der katholischen Kirche habe bei dem Treffen die extreme Rechte als derzeit größte Sorge mit Blick auf Gesellschaft und Kirche in Spanien bezeichnet. 

Das Treffen habe Mitte November im Vatikan stattgefunden und sei die erste Begegnung der spanischen Bischöfe mit dem neuen Papst gewesen. 

Dem Bericht zufolge habe Leo XIV. die Kirchenvertreter aufgefordert, gegenüber entsprechenden politischen Strömungen klare Distanz zu wahren. 

Keine Verurteilung der Partei 

Der Vorsitzende der rechtspopulistischen spanischen Partei Vox, Santiago Abascal, wies den Zeitungsbericht am Dienstag zurück und bezeichnete die Darstellung als "Erfindung jener Bischöfe, die mit der Einwanderungsbewegung zusammenarbeiten". 

Das Internetportal Vida Nueva berief sich unterdessen in einem Bericht auf Teilnehmende des Treffens. Demnach habe sich Leo XIV. zwar auf die Partei bezogen, diese jedoch nicht verurteilt. Er habe vielmehr vor der Gefahr gewarnt, dass die Kirche mit einer politischen Strömung identifiziert werden könnte. "Es gibt keine Partei, die die Kirche repräsentiert, noch identifiziert sich die Kirche mit einer einzigen Wahloption", zitierte das Portal einen anwesenden Geistlichen. 

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA