Kirchen sind laut Evangelischem Kulturbeauftragten Feindbild für AfD

Kirchen seien Hauptfeinde der AfD

"Die Haltung der AfD ist auf Verachtung und Angriffswut gestimmt." Das hat der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche geschrieben. Für ihn habe die AfD viele Feindbilder, dazu zählen die beiden großen Kirchen, Kunst und Kultur.

Buttons mit dem Logo der AfD / © nitpicker (shutterstock)
Buttons mit dem Logo der AfD / © nitpicker ( shutterstock )

Die AfD hat aus Sicht des Evangelischen Kulturbeauftragten die Kirchen als Feindbild. "Neben den demokratischen Parteien hat die AfD zwei Hauptfeinde ausgemacht: die Kunst und Kultur der Gegenwart sowie die evangelische und katholische Kirche", schreibt Johann Hinrich Claussen als Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland in der aktuellen Ausgabe "Politik&Kultur" des Deutschen Kulturrats.

Für den Theologen Johann Hinrich Claussen können Bilder und andere Kunstwerke einen eigenen Zugang zur Welt des Glaubens eröffnen. / © Der evangelische-lutherische Theologe Hinrich Claussen (epd)
Für den Theologen Johann Hinrich Claussen können Bilder und andere Kunstwerke einen eigenen Zugang zur Welt des Glaubens eröffnen. / © Der evangelische-lutherische Theologe Hinrich Claussen ( epd )

Die Partei werfe auch den Kirchen vor, einer nationalistischen Identitätsbildung entgegenzuarbeiten. "Darin trifft sie einen Punkt, denn Künste und Kirchen verstehen sich als nichtnationalistisch. Sie setzen sich für die Rechte und die Würde aller Menschen ein", schreibt Claussen weiter. Kultur und Kirchen seien daher nicht nur in Sachsen-Anhalt vor der bevorstehenden Wahl gut beraten, sich gemeinsam für das Überleben der offenen Gesellschaft einzusetzen.

Demagogisches Regierungsprogramm

Das Regierungsprogramm des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt enthalte eine unbedingte Feindseligkeit allen demokratischen Parteien gegenüber, schreibt Claussen. Das Regierungsprogramm sei nicht explizit rassistisch oder nationalsozialistisch, sondern demagogisch. "Demagogische Träume funktionieren nur mithilfe von Feindbildern." In Sachsen-Anhalt soll am 6. September ein neuer Landtag gewählt werden.

Quelle:
KNA