Die AfD hat aus Sicht des Evangelischen Kulturbeauftragten die Kirchen als Feindbild. "Neben den demokratischen Parteien hat die AfD zwei Hauptfeinde ausgemacht: die Kunst und Kultur der Gegenwart sowie die evangelische und katholische Kirche", schreibt Johann Hinrich Claussen als Kulturbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland in der aktuellen Ausgabe "Politik&Kultur" des Deutschen Kulturrats.
Die Partei werfe auch den Kirchen vor, einer nationalistischen Identitätsbildung entgegenzuarbeiten. "Darin trifft sie einen Punkt, denn Künste und Kirchen verstehen sich als nichtnationalistisch. Sie setzen sich für die Rechte und die Würde aller Menschen ein", schreibt Claussen weiter. Kultur und Kirchen seien daher nicht nur in Sachsen-Anhalt vor der bevorstehenden Wahl gut beraten, sich gemeinsam für das Überleben der offenen Gesellschaft einzusetzen.
Demagogisches Regierungsprogramm
Das Regierungsprogramm des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt enthalte eine unbedingte Feindseligkeit allen demokratischen Parteien gegenüber, schreibt Claussen. Das Regierungsprogramm sei nicht explizit rassistisch oder nationalsozialistisch, sondern demagogisch. "Demagogische Träume funktionieren nur mithilfe von Feindbildern." In Sachsen-Anhalt soll am 6. September ein neuer Landtag gewählt werden.