Am Samstag schnitt ein Mann mehrere Stromkabel der Lichterketten durch, wie die Polizei jetzt mitteilte. Am nächsten Tag verhängten dann drei Personen den Schriftzug "Happy Ramadan" am Eingang der Lichtinstallation mit einem schwarzen Banner. Im Internet kursieren Fotos der Aktion, die das Banner mit einem Kreuz und der Aufschrift "Gesegnete Fastenzeit!" zeigen. In Sozialen Medien bekennen sich Anhänger der Gruppe "Identitäre Bewegung" zu der Aktion. Die Polizei sprach von einem mutmaßlich politischen Hintergrund. Die Ermittlungen laufen. Bislang seien die Täter nicht bekannt.
Die Beleuchtung war vor einer Woche aufgehängt worden, um auf den muslimischen Fastenmonat Ramadan aufmerksam zu machen. Er liegt in diesem Jahr parallel zur christlichen Fastenzeit. Mehrere hundert Muslime waren zum ersten Einschalten der Lichter gekommen. Die Stadt ließ die beschädigten Kabel wieder reparieren, das Banner wurde entfernt.
Bündnis: Kein Platz für Hass in der Stadt
Ein Bündnis von muslimischen, christlichen und jüdischen Gemeinden verurteilte am Dienstag gemeinsam die Angriffe auf die Beleuchtung. Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sagte, Freiburg sei eine vielfältige Stadt. "Wir verurteilen die Beschädigung aufs Schärfste. Solche Aktionen zielen auf Spaltung, aber das lassen wir nicht zu."
Stellvertretend für die vier Freiburger Moscheegemeinden betonte Hüseyin Özbek: "Wir Musliminnen und Muslime sind ein fester Teil von Freiburg." Hass habe in der Stadt keinen Platz. Entscheidend sei ein respektvolles Miteinander.
Der katholische Pfarrer Siegfried Huber erklärte, das Bekenntnis zur Nächstenliebe verbinde alle Weltreligionen. "Wir setzen uns nachdrücklich für die in Freiburg bereits erlebbare Offenheit gegenüber allen Religionen ein - und erteilen Aktionen wie dieser eine klare Absage. Als christliche Kirche lassen wir uns nicht diktieren, was christlichen Glauben ausmacht."