Ökumenische Jury der Berlinale ehrt mexikanischen Film

"Moscas inspiriere"

Neben den Bären werden bei der Berlinale zahlreiche weitere Preise vergeben, unter anderem für Filme zu Menschenrechten oder mit einer Friedensbotschaft. Auch die beiden Kirchen haben am Samstag Filme ausgezeichnet.

Der Berlinale Palast in Berlin / © 360b (shutterstock)

Die Ökumenische Jury der evangelischen und der katholischen Kirchen hat bei der Berlinale ihren Hauptpreis an die mexikanische Schwarz-Weiß-Tragödie "Moscas" (Fliegen) vergeben. Der Film erzählt die Geschichte eines neunjährigen Jungen, den sein Vater als Untermieter mit in die Wohnung einer älteren Frau schmuggelt.

Die Jury lobte am Samstagmittag, dass "Moscas" dazu inspiriere, von Kindern und ihrer optimistischen Einstellung zum Leben zu lernen. Regisseur Fernando Eimbcke erinnerte bei der Preisverleihung daran, dass mehr als 17.000 Kinder im jüngsten Gaza-Krieg getötet worden seien. Er rief alle Regierungen und Organisationen dazu auf, ihre Stimme zu erheben, und widmete die Auszeichnung allen Kindern auf der ganzen Welt.

Teresita Sanchez und Bastian Escobar im mexikanischen Film "Moscas" von Fernando Eimbcke. Bei der Berlinale in Berlin erhielt er den Ökumenischen Filmpreis. / © Kinotitlán
Teresita Sanchez und Bastian Escobar im mexikanischen Film "Moscas" von Fernando Eimbcke. Bei der Berlinale in Berlin erhielt er den Ökumenischen Filmpreis. / © Kinotitlán

Einen weiteren Preis vergab die Ökumenische Jury an den US-Dokumentarfilm "Bucks Harbor" von Pete Muller aus der Panorama-Sektion. Der Film zeigt das harte Leben von jungen und alten Fischern. Aus der Forum-Sektion wählte die Jury den Film "River Dreams" aus. In dem Dokumentarfilm bittet Regisseurin Kristina Mikhailova in ihrer Heimat Kasachstan Mädchen und Frauen, sich als Fluss zu imaginieren. Die Jury ehrt Filme, deren Geschichte mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte sensibilisieren.

Preis für Doku über Desmond Tutu

Weitere unabhängige Jurys vergaben am Samstagmittag ebenfalls ihre Preise an Filme der diesjährigen Berlinale. So ging etwa der Friedensfilmpreis an Sam Pollards Dokumentarfilm "Tutu" über den 2021 gestorbenen anglikanischen Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu aus Südafrika. Die Auszeichnung wird von der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung und dem Weltfriedensdienst getragen.

Desmond Tutu, emeritierter anglikanischer Erzbischof von Kapstadt und Friedensnobelpreisträger, predigt während der Pfingst-Liturgie auf der EXPO 2000 am 11. Juni 2000 in Hannover. / © Wolfgang Radtke (KNA)
Desmond Tutu, emeritierter anglikanischer Erzbischof von Kapstadt und Friedensnobelpreisträger, predigt während der Pfingst-Liturgie auf der EXPO 2000 am 11. Juni 2000 in Hannover. / © Wolfgang Radtke ( KNA )

Mit dem Filmpreis der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde in diesem Jahr ein Film aus der Jugendsektion "Generation 14plus" geehrt. Die prämierte US-Dokumentation "What will I become?" von Lexie Bean und Logan Rozos thematisiert Suizide und Suizidversuche von trans Jungen.

Quelle:
KNA