Bischof Wilmer fordert Einsatz für gerechte Gesellschaft

Solidarität im Alltag

Wohnungen, Bildung, Geldnot: Sozialbischof Heiner Wilmer warnt vor wachsender Ungleichheit. Zugleich ruft er dazu auf, im Alltag und in der Gemeinde Solidarität zu leben, Verantwortung zu übernehmen und die Schwächsten zu schützen.

Bischof Heiner Wilmer / © Nicolas Ottersbach (DR)
Bischof Heiner Wilmer / © Nicolas Ottersbach ( DR )

Soziale Gerechtigkeit ist laut dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer "eine Frage der Menschenwürde". Für Christinnen und Christen gelte es, nicht wegzusehen, wenn Familien in Geldnot seien, Wohnungen unbezahlbar würden oder Bildung eine Frage des Geldes werde, sagte der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) am Freitag laut einem DBK-Beitrag in den sozialen Medien.

Aufruf zu Solidarität

Anlässlich des Welttags der sozialen Gerechtigkeit verwies Wilmer auf die katholische Soziallehre, die an die Gottebenbildlichkeit jedes Menschen erinnere. Das sei unabhängig von seiner Herkunft, Leistung oder Lebenssituation.

Weiter sagte der Bischof, soziale Gerechtigkeit wachse dort, wo Solidarität gelebt werde: "indem wir füreinander einstehen, Strukturen hinterfragen, die Ungleichheit verfestigen, und Veränderungen unterstützen, die dem Gemeinwohl dienen." 

Er forderte eine Gesellschaft, in der niemand allein gelassen werde, mit großer Aufmerksamkeit für die Schwächsten. Wilmer appellierte: "Lassen wir uns neu dafür gewinnen, Verantwortung zu übernehmen: im persönlichen Alltag, in unseren Gemeinden und in der öffentlichen Debatte, damit Zukunft gerecht wird, hier bei uns und weltweit."

Katholische Soziallehre

Die katholische Soziallehre ist die Soziallehre der katholischen Kirche. Sie ist historisch eng mit dem päpstlichen Lehramt, insbesondere den Sozialenzykliken, verknüpft. Obwohl die Kirche seit ihren Anfängen zur sittlichen Gestaltung des sozialen Lebens Stellung bezog und in der Scholastik die naturrechtlichen Grundlagen ihres Menschen- und Gesellschaftsbildes entwickelte, ist ihre Soziallehre im engeren Sinne ein Produkt des 19. Jahrhunderts mit seinen sozialen Spannungen und den konkurrierenden Ideologien des Liberalismus und Sozialismus.

Artikel-ID: 2117682383
HERTEN, DEUTSCHLAND - 3. MÄRZ 2021: Ewald Pit, Industrieerbe der Ruhrmetropole am 3. März 2021 in Herten, Deutschland / © alfotokunst (shutterstock)
Artikel-ID: 2117682383 HERTEN, DEUTSCHLAND - 3. MÄRZ 2021: Ewald Pit, Industrieerbe der Ruhrmetropole am 3. März 2021 in Herten, Deutschland / © alfotokunst ( shutterstock )
Quelle:
KNA