Der Deutsche Caritasverband kritisiert den Umgang der Bundesregierung mit Integrationskursen.
"Die Entscheidung des Bundesinnenministeriums, die freiwillige Teilnahme an Integrationskursen zu stoppen, ist integrationspolitisch ein fatales Signal", sagte Caritas-Vorstand Oliver Müller am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Kurse seien seit mehr als 20 Jahren ein bewährtes und erfolgreiches Instrument und in vielen Fällen auch ein wichtiger Schritt für die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt.
Zuletzt war bekanntgeworden, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seit Ende November keine Berechtigungsscheine für eine freiwillige Teilnahme an Integrationskursen mehr ausstellt. Das Innenministerium will nach eigenen Angaben Kurse vor allem Geflüchteten mit dauerhafter Bleibeperspektive zur Verfügung stellen. Hintergrund sind demnach auch mögliche Einsparungen.
"Falsch und widersinnig"
"Anders als vom Innenministerium suggeriert, betrifft diese Maßnahme Menschen mit langfristiger Bleibeperspektive - darunter EU-Bürgerinnen und -Bürger sowie Geflüchtete aus der Ukraine", so Müller. Wer ihnen den Spracherwerb erschwere, schwäche ihre Chancen auf Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe.
"Für einen kurzsichtigen Sparkurs werden steigende Folgekosten billigend in Kauf genommen", kritisierte der Caritas-Vorstand. "Das ist integrationspolitisch falsch und in Zeiten von Arbeitskräftemangel widersinnig." Außerdem widerspreche die Entscheidung der Linie der Bundesregierung, die Sprachförderung als Schlüssel zur Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten zu stärken.