Hildegard Scherer ist seit April 2022 Professorin für Biblische Theologie und ihre Didaktik an der Universität Duisburg-Essen. Nach ihrem Studium der Katholischen Theologie auf Diplom an der Universität Münster (2001), schloss Scherer das Staatsexamen für Lehramt an Gymnasien an der Universität Würzburg an (2002). Es folgte die Promotion im Fach Neues Testament an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Münster (2010) und die Postgraduierte Weiterbildung Wissenschaftsredaktion am mibeg-Institut Medien, Köln (2014–2015) sowie die Habilitation und Venia legendi für das Fach Neues Testament an der Universität Bonn.
Von 2015 bis 2019 war sie die Vertretung des Lehrstuhls für Neutestamentliche Wissenschaften an der Theologischen Hochschule Chur Forschungsdekanin der THC. Im Sommer 2016 übernahm sie zusätzlich einen Lehrauftrag für Neues Testament an der Kath.-Theol. Fakultät der Universität Tübingen. Im Oktober 2019 wurde sie Ordentliche Professorin für Neutestamentliche Wissenschaften an der Theologischen Hochschule Chur. Seit April 2022 ist Scherer Professorin für Biblische Theologie und ihre Didaktik, Schwerpunkt Neues Testament, Universität Duisburg-Essen.
Die Theologin ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Neutestamentlerinnen und Neutestamentler (AKN), in der Society of Biblical Literature (SBL), im Studiorum Novi Testamenti Societas (SNTS), in der AGENDA Forum katholischer Theologinnen e.V. sowie im DÖSTA (theol. Beirat) der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK)
Scherers Forschung im Bereich Neues Testament liegt ein historisch-kritischer Ansatz zu Grunde, der die biblischen Texte von ihrem Entstehungskontext aus erschließt. Die diachrone Methodik ist ergänzt durch linguistische und narratologische Methoden und sucht den Dialog mit Humanwissenschaften (Sozialpsychologie, Soziologie), historischen Wissenschaften sowie Sprach- und Literaturwissenschaften. Forschungsfragen stellen sich durch Bezug auf aktuelle gesellschaftliche und pastorale Diskurse. Besonderen Wert legt die Professorin dabei auf Forschungstransfer, der exegetisch-wissenschaftliche Erkenntnisse in didaktische Prozesse sowie in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs einspeist.
Aktuelle Schwerpunkte:
- Synoptische Evangelien, Paulus
- Figuren-, Gruppen- und Rollenkonstruktionen in neutestamentlichen Texten
- Mächtige Übersetzungen. Theologische Bedingungen und Konsequenzen von Übersetzungsentscheidungen in biblischen Texten
- Paarbeziehungen im Neuen Testament