Kirchen in Norddeutschland feiern Missionar Ansgar

Grenzgänger mit Heiligenschein

Mit einem Gottesdienst in der Hamburger Hauptkirche Sankt Petri haben die Kirchen in Norddeutschland und Dänemark ein deutsch-dänisches Jubiläumsjahr zu Ehren des Missionars Ansgar eröffnet. Es ist zugleich ein ökumenisches Zeichen.

Eisenfigur des heiligen Ansgar des Künstlers Karl-Heinz Oswald auf dem Domplatz in Hamburg. / © Matthias Greve (KNA)
Eisenfigur des heiligen Ansgar des Künstlers Karl-Heinz Oswald auf dem Domplatz in Hamburg. / © Matthias Greve ( KNA )

In der Hamburger Hauptkirche Sankt Petri ist am Dienstagabend ein Jubiläumsjahr für Ansgar eröffnet worden. Es soll an den Beginn von Ansgars Missionsreisen vor 1.200 Jahren erinnern. Geplant ist ein umfangreiches Programm mit Gottesdiensten, Pilgerangeboten, Vorträgen und ökumenischen Begegnungen. 

Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto "Vom Mut, Grenzen zu überwinden". Auf deutscher Seite wird es unter anderem vom katholischen Erzbistum Hamburg und der evangelischen Nordkirche organisiert. Auf dänischer Seite ist die Folkekirken, also die evangelisch-lutherische Kirche Dänemarks, beteiligt. Das Programm ist auf der Internetseite www.ansgar2026.de zusammengefasst.

Hamburgs Erzbischof Stefan Heße / © Marcus Brandt (dpa)
Hamburgs Erzbischof Stefan Heße / © Marcus Brandt ( dpa )

"Ansgar war auf seine Art der erste Europäer, der mit viel Mut Grenzen überschritt und uns so den christlichen Glauben in unsere Region brachte", sagte die dänische Pastorin Signe von Oettingen in ihrer Predigt. Die erste Bildungsbewegung in Europa sei von der Kirche und der Theologie ausgegangen, so die Predigerin am evangelischen Dom zu Ribe, der als älteste Bischofskirche Dänemarks gilt. "Ansgar war einer der ersten, der dieses Projekt über die Grenzen hinausbrachte." Das Jubiläum könne ein Anlass sein, die Wurzeln der europäischen Zivilisation neu zu bedenken.

Kirchen setzen ökumenisches Zeichen

Kirsten Fehrs / © Hendrik Schmidt (dpa)
Kirsten Fehrs / © Hendrik Schmidt ( dpa )

Die Vesper am Gedenktag des heiligen Ansgars wurde zum 60. Mal von vielen verschiedenen Hamburger Kirchen gemeinsam gefeiert. An dem Gottesdienst nahmen auch der katholische Hamburger Erzbischof Stefan Heße, die evangelische Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, der anglikanische Priester Christopher Easthill teil.

Rev. Christopher Easthill (privat)
Rev. Christopher Easthill / ( privat )

Ansgar, der als Apostel des Nordens gilt, wurde um 801 im heutigen Nordfrankreich geboren und wirkte als benediktinischer Missionar in Dänemark und Schweden. 831 wurde er zum ersten Erzbischof von Hamburg ernannt und leitete später das Erzbistum Bremen. Er starb 865 in Bremen und wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt.

Erzbistum Hamburg

Das Erzbistum Hamburg ist das flächenmäßig größte Bistum in Deutschland. Es umfasst 32.520 Quadratkilometer und drei Bundesländer: Hamburg (755 Quadratkilometer), Schleswig-Holstein (15.803 Quadratkilometer) und der Landesteil Mecklenburg (15.962 Quadratkilometer) des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. 

Mariendom in Hamburg / © Maria Feck (KNA)
Mariendom in Hamburg / © Maria Feck ( KNA )
Quelle:
KNA