In der Hamburger Hauptkirche Sankt Petri ist am Dienstagabend ein Jubiläumsjahr für Ansgar eröffnet worden. Es soll an den Beginn von Ansgars Missionsreisen vor 1.200 Jahren erinnern. Geplant ist ein umfangreiches Programm mit Gottesdiensten, Pilgerangeboten, Vorträgen und ökumenischen Begegnungen.
Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto "Vom Mut, Grenzen zu überwinden". Auf deutscher Seite wird es unter anderem vom katholischen Erzbistum Hamburg und der evangelischen Nordkirche organisiert. Auf dänischer Seite ist die Folkekirken, also die evangelisch-lutherische Kirche Dänemarks, beteiligt. Das Programm ist auf der Internetseite www.ansgar2026.de zusammengefasst.
"Ansgar war auf seine Art der erste Europäer, der mit viel Mut Grenzen überschritt und uns so den christlichen Glauben in unsere Region brachte", sagte die dänische Pastorin Signe von Oettingen in ihrer Predigt. Die erste Bildungsbewegung in Europa sei von der Kirche und der Theologie ausgegangen, so die Predigerin am evangelischen Dom zu Ribe, der als älteste Bischofskirche Dänemarks gilt. "Ansgar war einer der ersten, der dieses Projekt über die Grenzen hinausbrachte." Das Jubiläum könne ein Anlass sein, die Wurzeln der europäischen Zivilisation neu zu bedenken.
Kirchen setzen ökumenisches Zeichen
Die Vesper am Gedenktag des heiligen Ansgars wurde zum 60. Mal von vielen verschiedenen Hamburger Kirchen gemeinsam gefeiert. An dem Gottesdienst nahmen auch der katholische Hamburger Erzbischof Stefan Heße, die evangelische Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, der anglikanische Priester Christopher Easthill teil.
Ansgar, der als Apostel des Nordens gilt, wurde um 801 im heutigen Nordfrankreich geboren und wirkte als benediktinischer Missionar in Dänemark und Schweden. 831 wurde er zum ersten Erzbischof von Hamburg ernannt und leitete später das Erzbistum Bremen. Er starb 865 in Bremen und wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt.