Das sagte Martin Maier, Hauptgeschäftsführer des katholischen Hilfswerk Adveniat, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).
Kritisch sieht Maier auch die Strategie, Länder in Asien und Lateinamerika weniger oder nur noch über zurückzuzahlende Kredite zu unterstützen: "Die Menschen in Lateinamerika werden nicht vom errechneten Durchschnittseinkommen satt. Die sich immer weiter verschärfenden Unterschiede zwischen extremem Reichtum und extremer Armut bedrohen das Leben der Armen existenziell."
Da sich das Hilfswerk nach eigenen Angaben zu 95 Prozent aus Spenden finanziert, seien die eigenen Projekte von den Sparmaßnahmen der Bundesregierung nicht unmittelbar betroffen.
Weniger Hilfen, mehr Kredite
Den Reformplänen von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) zufolge sollen die deutschen Entwicklungsgelder in Zukunft vor allem in den ärmsten Ländern in Afrika eingesetzt werden. In anderen Regionen, etwa in Südamerika oder Südostasien, sollen Förderungen etwa bei der Bekämpfung von Fluchtursachen auslaufen. Kooperationen mit aufstrebenden Volkswirtschaften wie Mexiko oder Südafrika sollen künftig grundsätzlich über zurückzuzahlende Kredite laufen.
Im laufenden Jahr liegen die Mittel im Haushalt des Entwicklungsministeriums bei rund 10 Milliarden Euro, für das vergangene Jahr waren 10,3 Milliarden eingeplant. Beide Summen liegen deutlich unter den Etats der vergangenen Jahre. Gleichzeitig sind für den laufenden Haushalt fast 83 Milliarden Euro für Verteidigung vorgesehen. Im vergangenen Jahr waren es rund 63 Milliarden.