Hilfswerk Misereor sieht Förderbedarf in Mittelamerika weiter hoch

Niedrigeres Haushaltsbudget der Bundesregierung

Das Entwicklungsministeriums reformiert seine Arbeit - und kürzt dabei Förderung ein. Dort, wo es nun weniger gibt, sei der Bedarf aber weiterhin hoch, warnt das Hilfswerk Misereor. Es gehe um elementare Bedürfnisse.

Suchitoto, El Salvador: Eine Mutter kocht im Haus, in dem die Familie lebt. Die Menschen in ländlichen Regionen sichern ihr Überleben durch Viehzucht und Gemüseanbau. / © Gonzalo Bell (shutterstock)
Suchitoto, El Salvador: Eine Mutter kocht im Haus, in dem die Familie lebt. Die Menschen in ländlichen Regionen sichern ihr Überleben durch Viehzucht und Gemüseanbau. / © Gonzalo Bell ( shutterstock )

Trotz der geplanten Umstellung der Entwicklungszusammenarbeit sieht das Hilfswerk Misereor weiterhin sehr großen Förderbedarf in Mittelamerika und Asien. Misereor müsse weiterhin Projekte in Ländern wie Bangladesch, Afghanistan und in Mittelamerika unterstützen, sagte das kirchliche Hilfswerk am Freitag in Berlin der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dabei stünden vor allem Themen wie Ernährungssicherung, Berufsbildung und die Versorgung von Geflüchteten im Vordergrund.

Reem Alabali Radovan (SPD), Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung / © Britta Pedersen (dpa)
Reem Alabali Radovan (SPD), Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung / © Britta Pedersen ( dpa )

Den Reformplänen von Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) zufolge sollen die deutschen Entwicklungsgelder in Zukunft vor allem in den ärmsten Ländern in Afrika eingesetzt werden. In anderen Regionen, etwa in Südamerika oder Südostasien, sollen Förderungen etwa bei der Bekämpfung von Fluchtursachen auslaufen. Kooperationen mit aufstrebenden Volkswirtschaften, wie Mexiko oder Südafrika, sollen künftig grundsätzlich über zurückzuzahlende Kredite laufen.

10 Milliarden Euro Haushaltsbudget

Im laufenden Jahr liegen die Mittel im Haushalt des Ministeriums bei rund 10 Milliarden Euro, für das vergangene Jahr waren 10,3 Milliarden eingeplant. Beide Summen liegen deutlich unter den Etats der vergangenen Jahre.

Bischöfliches Hilfswerk Misereor

Misereor ist das weltweit größte kirchliche Entwicklungshilfswerk. Es wurde 1958 von den katholischen Bischöfen in Deutschland auf Vorschlag des damaligen Kölner Kardinals Josef Frings als Aktion gegen Hunger und Krankheit in der Welt gegründet.

Der Name bezieht sich auf das im Markus-Evangelium überlieferte Jesuswort "Misereor super turbam" (Ich erbarme mich des Volkes). Sitz des Hilfswerks ist Aachen.

Logo des Bischöflichen Hilfswerks Misereor (MISEREOR)
Logo des Bischöflichen Hilfswerks Misereor / ( MISEREOR )
Quelle:
KNA