Die badische evangelische Landesbischöfin Heike Springhart hat einen "Solidaritätsbrief in bedrohlichen Zeiten" an eine US-amerikanische Partnerkirche geschrieben. Sie reagiere damit auf den zweiten tödlichen Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) innerhalb von drei Wochen, teilte die Landeskirche am Dienstag in Karlsruhe mit.
"Wir trauern mit Ihnen um Renée Good, Alex Pretti und um all jene, die durch ICE ihr Leben verloren haben", heißt es in dem Schreiben an die Kirchenpräsidentin der United Church of Christ (UCC), Karen Georgia Thompson. "Seien Sie versichert: Wir beten für und mit Ihnen. Wir stehen an Ihrer Seite für eine gerechte Gesellschaft, in der Menschen als das gesehen werden, was sie sind: von Gott geliebt und mit unveräußerlicher Würde ausgestattet."
USA-Reise Ende März
Der 37-jährige Pretti war am Samstag von einem Bundesagenten der Grenzpolizei in Minneapolis erschossen worden. Anfang Januar hatte ein ICE-Agent die unbewaffnete Mutter Renée Good in ihrem Auto getötet. Beide starben während der "Operation Metro Surge", für die Trump 3.000 vermummte Bundesagenten in die liberale Stadt geschickt hatte.
Für die Zeit vom 21. bis zum 28. März plant Springhart mit einer kleinen Delegation in die USA zu fliegen, um dort die badische Partnerkirche zu besuchen. Zwischen der UCC in den USA und der Union Evangelischer Kirchen in der EKD besteht seit 1980 eine Kirchengemeinschaft.
Die UCC hat den Angaben zufolge knapp 700.000 Mitglieder und 4.485 Gemeinden. Der Brief Springharts ging auch an Lorraine Ceniceros von der Kansas Oklahoma Conference of the United Church of Christ (KOUCC). Die KOUCC zählt den Angaben zufolge knapp 6.000 Mitglieder in 45 Gemeinden.