An Mariä Lichtmess laden Klöster zur Aktion "Finde dein Licht" ein

Frühlingsankündigung

Jetzt ist endgültig Schluss mit Weihnachten. Am Lichtmess-Tag, dem 2. Februar, werden auch die letzten Krippen und Weihnachtsbäume abgebaut. Im Erzgebirge feiern manche Städte diesen Tag mit einer geistlichen Andacht und Glühwein.

Autor/in:
Christoph Arens
Kerzen zu Maria Lichtmess / © Harald Oppitz (KNA)
Kerzen zu Maria Lichtmess / © Harald Oppitz ( KNA )

Wer angesichts der dunklen Tage den Winterblues hat, der kann bald aufatmen. Schließlich werden ab Anfang Februar die Tage wieder spürbar länger. Der 2. Februar ist deshalb ein wichtiger Tag im Bauern-, aber auch im Kirchenkalender. Am im Volksmund so bezeichneten Tag "Mariä Lichtmess" - offiziell "Darstellung des Herrn" - werden vielerorts auch noch die letzten Krippen abgebaut und Weihnachtsbäume aus dem Haus geräumt. Die winterliche Ruhephase endet.

Ein Weihnachtsbaum liegt am Straßenrand. / © Arne Dedert (dpa)
Ein Weihnachtsbaum liegt am Straßenrand. / © Arne Dedert ( dpa )

Erneut laden deshalb Klöster und ehemalige Klosterorte zum Beispiel in Westfalen dazu ein, rund um den 2. Februar das Thema "Licht" bewusst zu erleben. Unter dem Motto "Finde dein Licht" können Besucher an 35 unterschiedlichen Orten Lichterprozessionen, Ausstellungen, Konzerte, Gottesdienste und Gebete besuchen, Kerzen gießen und die Klosterorte der Region entdecken.

Ende der Weihnachtszeit

Aus dem Alltag ist das Fest heute fast verschwunden. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war der 2. Februar in Bayern sogar ein Feiertag, bis zur Liturgiereform von 1970 endete an dem Tag offiziell die Weihnachtszeit in der katholischen Kirche. Seitdem endet sie schon am Sonntag nach Dreikönig, also nach dem 6. Januar. Doch halten manche Familien, aber auch Städte und Gemeinden, am alten Brauch fest - zum Beispiel im Allgäu und im Erzgebirge.

In den sächsischen Städten Zwönitz und Olbernhau beispielsweise laden Stadtverwaltung, Tourismusverein und Kirchspiel dazu ein, am 2.Februar gemeinsam "die Lichter auszublasen" - mit Orgelspiel, Posaunenchor und geistlicher Andacht, aber auch mit Glühwein, Speckfettbemmen und Bratwurst. Pünktlich um 18 Uhr, mit den Glockenschlägen der Stadtkirche, geben die Bürgermeister das Signal: Dann werden die Beleuchtung des zentralen Weihnachtsbaumes, der Stadtkirche, der städtischen Einrichtungen und die Lichterketten der Innenstadt abgeschaltet.

Der Tag gewinnt Helligkeit

Eine Bauernregel beschreibt anschaulich, wie die Tage seit der Wintersonnenwende wieder länger werden: "Weihnachten um ein' Mückenschritt, Silvester um ein' Hahnentritt, Dreikönig um ein' Hirschensprung und Lichtmess um ein' ganze Stund." Astronomen rechnen genauer. Anfang Februar geht die Sonne – regional unterschiedlich – bereits rund 28 Minuten früher auf und 48 Minuten später unter als am 1. Januar. Insgesamt gewinnt der Tag in Deutschland im Februar eine Stunde und 20 Minuten Helligkeit dazu, im März sind es sogar fast zwei Stunden. Vor allem im Februar und März gibt es große Sprünge nach vorn.

Das Zugspitz-Gipfelkreuz strahlt in den frühen Morgenstunden in der aufgehenden Sonne über den Bergen (Aufnahme mit Drohne) / © Peter Kneffel (dpa)
Das Zugspitz-Gipfelkreuz strahlt in den frühen Morgenstunden in der aufgehenden Sonne über den Bergen (Aufnahme mit Drohne) / © Peter Kneffel ( dpa )

Mit dem 2. Februar verbinden sich viele Volksbräuche und auch Bauernregeln. An Lichtmess erhielten die Dienstboten vielerorts den Jahreslohn; sie konnten sich bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder den Arbeitgeber wechseln. Die Zeit bis Agatha am 5. Februar war eine Art von vertraglich gesichertem Nichtstun, das man die "Schlenklweil" nannte. Zugleich begann um Lichtmess die Vorbereitung auf die neue Feldarbeit. Die Wetterregeln handeln von der Vorfreude auf das Frühjahr: "Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit."

Altes Feste der Kirche

Religiös betrachtet, ist Lichtmess eines der ältesten Feste der Kirche: Seit Anfang des fünften Jahrhunderts wurde es in Jerusalem am 40. Tag nach der Geburt Jesu gefeiert. In Rom führte die Kirche den Feiertag um das Jahr 650 ein. "Mariä Lichtmess" hieß bis 1969 in der katholischen Kirche auch "Mariä Reinigung". Das knüpft an den Bericht des Lukas-Evangeliums an, nach dem Maria 40 Tage nach der Geburt Jesu ein Reinigungsopfer darbrachte, wie es das jüdische Gesetz vorschrieb. 

Beim Evangelisten Lukas ist nachzulesen, dass sich Joseph und Maria in den Tempel begaben, um Jesus auszulösen, der als Erstgeborener Gott gehörte. Dort wurde Jesus von den Propheten Simeon und Hanna als Erlöser erkannt. Von ihm gehe "ein Licht, das die Heiden erleuchtet" aus. Seit dem elften Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen auf. An Lichtmess wurden dann auch die für das Jahr benötigten Kerzen der Kirchen und der Familien geweiht, weshalb Wachsmärkte, eben Licht(er)messen, durchgeführt wurden, wie Brauchtumsexperte Manfred Becker-Huberti erklärt. Bis heute gibt es mancherorts noch Wachs- und Kerzenmärkte. An diesem Tag fanden nach seinen Angaben früher auch Lichterumzüge der Kinder statt.

Mariä Lichtmess

Am 2. Februar feiert die katholische Kirche das Fest der "Darstellung des Herrn", im Volksmund Mariä Lichtmess genannt. Traditionell damit verbunden sind Kerzensegnungen und Lichterprozessionen.

40 Tage nach Weihnachten ging damit früher in vielen katholischen Familien die Weihnachtszeit zu Ende. Seit der Liturgiereform von 1970 endet der Weihnachtsfestkreis aber offiziell schon am Sonntag nach dem 6. Januar. Manche halten allerdings am alten Brauch fest und bauen erst zu Lichtmess ihre Krippe ab.

Kerzen an Mariä Lichtmess / © Harald Oppitz (KNA)
Kerzen an Mariä Lichtmess / © Harald Oppitz ( KNA )
Quelle:
KNA