Der Vikar der katholischen Pfarrei von Gaza, Jussef Assad, hat am Donnerstag den Gazastreifen verlassen. Israel habe eine Verlängerung des Visums für den ägyptischen Priester abgelehnt, bestätigte der Pfarrer von Gaza, der argentinische Ordensmann Gabriel Romanelli, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Assad, der wie Romanelli der Gemeinschaft "Verbo encarnado" angehört, leistete acht Jahre Dienst in Gaza.
Nach Beginn des durch den Hamasangriff vom 7. Oktober 2023 ausgelösten Kriegs leitete Assad die Gaza-Gemeinde für rund sieben Monate allein, da Pfarrer Romanelli außerhalb des Gazastreifens vom Kriegsausbruch überrascht und bis Mitte Mai 2024 an der Rückreise in seine Pfarrei gehindert worden war.
Die Pfarrei dankte Jussef Assad in einem in sozialen Medien veröffentlichten Brief für seinen Dienst. Assad sei ein "lebendiges Beispiel für einen guten Vater und zuverlässigen Seelsorger", der den Christen in Gaza in den "dunkelsten Stunden und schwierigsten Tagen während der zwei Jahre des Krieges" Trost und Stütze gewesen sei.
Christenzahl fast halbiert
Im Gazastreifen gibt es nach jüngsten Angaben Romanellis derzeit noch 90 Katholiken und 485 orthodoxe Christen. Auf dem Gelände der Pfarrei, auf dem die meisten Christen Zuflucht gesucht haben, leben derzeit noch drei Ordensschwestern des Verbo encarnado, der Regionalobere der Gemeinschaft sowie drei Mutter-Teresa-Schwestern.
Die Zahl der Christen im Gazastreifen hat sich nach Angaben des Argentiniers seit Kriegsbeginn fast halbiert. Sechs Prozent ihrer Mitglieder habe die Gemeinde durch Todesfälle verloren, darunter 23, die durch israelischen Beschuss getötet worden seien. 23 weitere seien mangels ausreichender medizinischer Versorgung gestorben.