Visum von Gaza-Vikar Jussef Assad nicht verlängert

Ausreise nach acht Jahren

Der Vikar von Gaza musste gehen. Israel hat das Visum des ägyptischstämmigen Ordensmannes nicht verlängert, bestätigt der Pfarrer. Die Gemeinde sagte, er sei Trost und Stütze in den dunkelsten Stunden in zwei Jahren Krieg gewesen.

Menschen gehen in der Abendsonne durch eine Straße mit zerstörten Häusern und provisorischen Zelten, am 24. August 2025 in Gaza (Palästinensische Gebiete) / © Mohammed Ibrahim (KNA)
Menschen gehen in der Abendsonne durch eine Straße mit zerstörten Häusern und provisorischen Zelten, am 24. August 2025 in Gaza (Palästinensische Gebiete) / © Mohammed Ibrahim ( KNA )

Der Vikar der katholischen Pfarrei von Gaza, Jussef Assad, hat am Donnerstag den Gazastreifen verlassen. Israel habe eine Verlängerung des Visums für den ägyptischen Priester abgelehnt, bestätigte der Pfarrer von Gaza, der argentinische Ordensmann Gabriel Romanelli, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Assad, der wie Romanelli der Gemeinschaft "Verbo encarnado" angehört, leistete acht Jahre Dienst in Gaza.

Nach Beginn des durch den Hamasangriff vom 7. Oktober 2023 ausgelösten Kriegs leitete Assad die Gaza-Gemeinde für rund sieben Monate allein, da Pfarrer Romanelli außerhalb des Gazastreifens vom Kriegsausbruch überrascht und bis Mitte Mai 2024 an der Rückreise in seine Pfarrei gehindert worden war.

Schriftbanner "Make Gaza Jewisch again" im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt / © Jan Hendrik Stens (DR)
Schriftbanner "Make Gaza Jewisch again" im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt / © Jan Hendrik Stens ( DR )

Die Pfarrei dankte Jussef Assad in einem in sozialen Medien veröffentlichten Brief für seinen Dienst. Assad sei ein "lebendiges Beispiel für einen guten Vater und zuverlässigen Seelsorger", der den Christen in Gaza in den "dunkelsten Stunden und schwierigsten Tagen während der zwei Jahre des Krieges" Trost und Stütze gewesen sei.

Christenzahl fast halbiert

Im Gazastreifen gibt es nach jüngsten Angaben Romanellis derzeit noch 90 Katholiken und 485 orthodoxe Christen. Auf dem Gelände der Pfarrei, auf dem die meisten Christen Zuflucht gesucht haben, leben derzeit noch drei Ordensschwestern des Verbo encarnado, der Regionalobere der Gemeinschaft sowie drei Mutter-Teresa-Schwestern.

Die Zahl der Christen im Gazastreifen hat sich nach Angaben des Argentiniers seit Kriegsbeginn fast halbiert. Sechs Prozent ihrer Mitglieder habe die Gemeinde durch Todesfälle verloren, darunter 23, die durch israelischen Beschuss getötet worden seien. 23 weitere seien mangels ausreichender medizinischer Versorgung gestorben.

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Blick auf eine jüdische Siedlung auf einem Hügel im Westjordanland nahe Bethlehem, palästinensisches Gebiet / © Julius Bramanto (shutterstock)
Blick auf eine jüdische Siedlung auf einem Hügel im Westjordanland nahe Bethlehem, palästinensisches Gebiet / © Julius Bramanto ( shutterstock )
Quelle:
KNA