Erzbischof Georg Gänswein sieht mit Papst Leo XIV. einen spürbaren Stimmungswandel im Vatikan. Die ersten Monate des neuen Pontifikates hätten ihm "sehr deutlich vor Augen geführt, dass - um es einmal etwas eigenwillig zu sagen - jetzt langsam wieder Normalität einkehrt", sagte Gänswein im Gespräch mit dem privaten katholischen Sender EWTN.
Besonders deutlich sei eine Veränderung der Atmosphäre in Rom wahrzunehmen. "Vor allem hat sich auch atmosphärisch eine Änderung zum Guten gezeigt, die meines Erachtens wichtig ist, weil die Schwierigkeiten, die da waren, durch den Pontifikatswechsel wirklich eine ganz neue positive Auswirkung bekommen haben".
Das halte er für "hilfreich" und für "ein Zeichen, dass der Glaube und dass der Heilige Geist tatsächlich auch wirkt und am Ball bleibt", so der frühere Privatsekretär von Benedikt XVI. (2005-2013).
Erste Begegnungen
Gänswein weiter: Leo habe "einige Akzente gesetzt, die nicht neu sind, die aber in den vergangenen Jahren völlig unter den Tisch gefallen sind". Seine bisherigen persönlichen Begegnungen mit dem neuen Papst bezeichnete Gänswein als "sehr, sehr gut".
Gänswein würdigte zudem "eine klare Linie" bei Leo XIV., insbesondere in dessen Verkündigung. "Wenn man seine Katechesen oder die Predigten nachliest, kann man spüren, dass hier ein Mann tätig ist, der das auch aus dem augustinischen Geist heraus lebt und verkündet."
Synodaler Irrweg?
In einem Interview mit der Nachrichtenagentur CNA äußerte sich Erzbischof Gänswein zum deutschen Synodalen Weg. Es sei ein Weg, der ganz bewusst vom Glauben wegführe. Es könne nicht das Ziel sein, "dass etwas getan wird, was letztlich nicht dem Glauben hilft und letztlich auch nicht den Gläubigen".
Zwar bestehe kein Zweifel daran, dass "da und dort etwas zu ändern, zu reformieren" sei, jedoch sei etwa die Amtsautorität der Bischöfe nicht verhandelbar. " Gänswein könne "nur hoffen und beten, dass dieser Irrweg einfach bald ein Ende hat".
Der Artikel wurde am 23.01.2026 um 12:32 Uhr aktualisiert.