Bistum Essen zahlt 105.000 Euro pro Jahr an Betroffenenbeirat

Erinnerung statt Verdrängung

Das Bistum Essen möchte erinnern statt verdrängen. So soll der Betroffenenbeirat die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum kritisch begleiten. Eine neue Satzung regelt nun Aufgaben und Ziele. Das Bistum unterstützt finanziell.

Essener Dom und Domplatz / © Andreas Oertzen (KNA)
Essener Dom und Domplatz / © Andreas Oertzen ( KNA )

Der Beirat der Betroffenen von sexualisierter Gewalt im katholischen Bistum Essen erhält für seine Arbeit ein festes inhaltliches und finanzielles Fundament. 

Wie das Bistum am Mittwoch mitteilte, haben der Beirat und die Bistumsleitung eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet, die die Tätigkeit des unabhängigen Gremiums für die aktuelle Amtsperiode regelt. Das Bistum unterstützt die Arbeit demnach bis einschließlich 2027 mit jährlich 105.000 Euro.

Bischof Franz-Josef Overbeck / © Lars Berg (KNA)
Bischof Franz-Josef Overbeck / © Lars Berg ( KNA )

Die Vereinbarung wurde von Bischof Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer sowie dem vor einem Jahr neu gewählten Betroffenenbeirat unterzeichnet. Der Beirat begleitet als Expertengremium die Aufarbeitung, Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Bistum und bringt dabei die Perspektive der Betroffenen ein. Er besteht derzeit aus sieben Mitgliedern und arbeitet unabhängig.

Ziel ist auch eine Erinnerungskultur

Mit der Vereinbarung tritt auch eine Satzung in Kraft, die Aufgaben und Ziele des Gremiums festschreibt. Dazu zählen unter anderem der Einsatz für die Interessen aller Betroffenen, eine kritische Begleitung der Konzepte und Maßnahmen des Bistums sowie die Mitarbeit in der Unabhängigen Aufarbeitungskommission. 

Ziel sei es, "Licht ins Dunkelfeld der Missbrauchsaufarbeitung" zu bringen, Betroffene zu unterstützen und eine Erinnerungskultur zu entwickeln, damit das Unrecht sexualisierter Gewalt nicht in Vergessenheit gerät.

Bistum Essen

Das Bistum Essen ist eines der jüngsten und kleinsten unter den 27 römisch-katholischen Bistümern in Deutschland. Auch in Nordrhein-Westfalen ist es mit 1.877 Quadratkilometern und knapp 680.000 Mitgliedern das kleinste Bistum.

Es wurde am 1. Januar 1958 aus Teilen der (Erz-)Bistümer Köln, Münster und Paderborn errichtet; damals zählte die Diözese noch rund 1,5 Millionen Mitglieder. Heute sind es 638.000 Mitglieder (Stand März 25). 

Blick auf den Essener Dom / © frantic00 (shutterstock)
Quelle:
KNA