Tschechiens Präsident Petr Pavel ist am Montag zu Gesprächen mit Papst Leo XIV. und Spitzenvertretern des Heiligen Stuhls in den Vatikan gereist. Gegenstand war nach Angaben des vatikanischen Presseamts ein "dringendes Engagement für den Frieden und die Wiederherstellung der Grundsätze und Werte, die dem internationalen Zusammenleben zugrunde liegen".
Vor seiner Abreise nach Rom hatte sich Pavel am Sonntag laut tschechischen Medien für Verhandlungen innerhalb der NATO im Streit um Grönland zwischen den USA und Dänemark ausgesprochen. Man müsse zur Lösung alle Mittel des transatlantischen Bündnisses nutzen, sagte Pavel, ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses und in dieser Rolle oberster militärischer Sprecher des Bündnisses.
Verfechter des Multilateralismus
Während Pavel als starker Verteidiger des Multilateralismus und der EU auftritt, betont Tschechiens Regierungschef Andrej Babis seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump. Babis ist auch Mitbegründer der "Patrioten für Europa", eines Zusammenschlusses rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien im Europäischen Parlament.
Pavel hatte vergangene Woche die Ukraine besucht und am Freitag Präsident Wolodymyr Selenskyj getroffen. Beobachtern zufolge könnten auch die Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine Thema der Unterredungen im Vatikan gewesen sein.