Tschechiens Präsident Pavel spricht mit Papst über globale Konflikte

Verfechter des Multilateralismus

Der ehemalige NATO-General berät im Vatikan über Prinzipien und Werte der internationalen Ordnung. Das Thema spiegelt eine gemeinsame Sorge über den Kurs bestimmter Staaten. Doch benannt werden diese Länder beim Treffen nicht.

Der tschechische Präsident Petr Pavel und seine Frau Eva (Archiv) / © Vidu Gunaratna (shutterstock)
Der tschechische Präsident Petr Pavel und seine Frau Eva (Archiv) / © Vidu Gunaratna ( shutterstock )

Tschechiens Präsident Petr Pavel ist am Montag zu Gesprächen mit Papst Leo XIV. und Spitzenvertretern des Heiligen Stuhls in den Vatikan gereist. Gegenstand war nach Angaben des vatikanischen Presseamts ein "dringendes Engagement für den Frieden und die Wiederherstellung der Grundsätze und Werte, die dem internationalen Zusammenleben zugrunde liegen".

Vor seiner Abreise nach Rom hatte sich Pavel am Sonntag laut tschechischen Medien für Verhandlungen innerhalb der NATO im Streit um Grönland zwischen den USA und Dänemark ausgesprochen. Man müsse zur Lösung alle Mittel des transatlantischen Bündnisses nutzen, sagte Pavel, ehemaliger Vorsitzender des NATO-Militärausschusses und in dieser Rolle oberster militärischer Sprecher des Bündnisses.

Verfechter des Multilateralismus

Während Pavel als starker Verteidiger des Multilateralismus und der EU auftritt, betont Tschechiens Regierungschef Andrej Babis seine Nähe zu US-Präsident Donald Trump. Babis ist auch Mitbegründer der "Patrioten für Europa", eines Zusammenschlusses rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien im Europäischen Parlament.

Pavel hatte vergangene Woche die Ukraine besucht und am Freitag Präsident Wolodymyr Selenskyj getroffen. Beobachtern zufolge könnten auch die Bemühungen um einen Frieden in der Ukraine Thema der Unterredungen im Vatikan gewesen sein.

Kirche in Tschechien

In der Tschechischen Republik bekennt sich nur noch eine Minderheit der Bevölkerung zu einer Religionsgemeinschaft. 2018 bezeichnete sich laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem noch jeder vierte tschechische Bürger als gläubig, jeder dritte dagegen als Atheist. Zu den Gläubigen rechneten sich demnach häufiger Frauen, Personen über 45 Jahre sowie Bürger kleinerer Gemeinden.

Altstädter Ring in Prag / © dimbar76 (shutterstock)
Quelle:
KNA