Energiearmut betrifft in Spanien nicht nur sozial schwache Familien. Auch viele Klöster und Ordensgemeinschaften können oder wollen aus finanziellen Gründen nicht ausreichend heizen. Deshalb hat die gemeinnützige Stiftung Fundación DeClausura unter dem Motto "Lasst sie nicht so frieren" Anfang des Jahres eine Spendensammlung ins Leben gerufen.
Das erklärte Ziel war, bis Ende Januar 100.000 Euro zu sammeln. Mit Stolz gab die Stiftung nun bekannt, dass diese Summe bereits nach zwei Wochen zusammengekommen sei und den vorgesehenen 80 Klostergemeinschaften schon bei den Heizkosten geholfen werde. Gerade mit Blick auf den aktuellen Kälteeinbruch in Europa, der auch Spanien fest im Griff hat, werde man weitersammeln.
Auf der Internetseite der Stiftung zeigte man sich von der Großzügigkeit überwältigt. Dort heißt es wörtlich: "Da viele von Ihnen weiterhin mitwirken möchten, werden wir die Kampagne bis zum 31. Januar fortsetzen, damit noch mehr Menschen geholfen werden kann. Wir machen weiter!"
Verzicht aufs Heizen bringt Gesundheitsprobleme
In alten Klostergebäuden mit Steinmauern, hohen Decken und schlechter Isolierung seien die Innentemperaturen in den Wintermonaten sehr niedrig. Doch viele Ordensgemeinschaften würden aus Kostengründen aufs Heizen verzichten oder nur dort heizen, wo es unbedingt notwendig sei - in den Zimmern kranker oder älterer Schwestern, im Speisesaal oder im Chorraum während des Gebets, erklärte die Stiftung.
Die Kälte in den Klöstern sei "ein reales Problem, das die Gesundheit und Lebensqualität der Nonnen und Mönche beeinträchtigt", heißt es auf der Homepage der Stiftung. Sie spricht von Grippen und Lungenentzündungen, Gelenkproblemen, Rheuma und sogar Frostbeulen.
Auf Spenden angewiesen
Unterdessen würden sich die Klosterbewohner mit mehreren Pullovern unter ihren Kutten wärmen. "Wir können die Ordensgemeinschaften dabei unterstützen, einen Teil ihrer Heizkosten zu decken, damit sie die Heizung etwas häufiger aufdrehen können", heißt es von der Fundación DeClausura.
Spanische Klöster finanzieren ihren Unterhalt mit staatlich-kirchlicher Unterstützung aus Steuerzuwendungen, sind aber auch auf Spenden von Gläubigen und Kollekten bei Gottesdiensten angewiesen oder verkaufen im Kloster hergestellte Produkte, um die laufenden Kosten überhaupt decken zu können.