Spanier spenden für frierende Nonnen und Mönche

Hohe Energiepreise bringen Ordensleuten gesundheitliche Probleme

Grippe, Lungenentzündung, Frostbeulen: Auch Nonnen und Mönche leiden in Spanien unter Energiearmut, denn alte Klostergemäuer lassen sich nur schwer beheizen. Unterstützung bei den Heizkosten ist unterwegs.

Autor/in:
Manuel Meyer
Kalte Klostermauern / © Gerald Mayer (DR)
Kalte Klostermauern / © Gerald Mayer ( DR )

Energiearmut betrifft in Spanien nicht nur sozial schwache Familien. Auch viele Klöster und Ordensgemeinschaften können oder wollen aus finanziellen Gründen nicht ausreichend heizen. Deshalb hat die gemeinnützige Stiftung Fundación DeClausura unter dem Motto "Lasst sie nicht so frieren" Anfang des Jahres eine Spendensammlung ins Leben gerufen.

Das erklärte Ziel war, bis Ende Januar 100.000 Euro zu sammeln. Mit Stolz gab die Stiftung nun bekannt, dass diese Summe bereits nach zwei Wochen zusammengekommen sei und den vorgesehenen 80 Klostergemeinschaften schon bei den Heizkosten geholfen werde. Gerade mit Blick auf den aktuellen Kälteeinbruch in Europa, der auch Spanien fest im Griff hat, werde man weitersammeln.

Drei Ordensfrauen der "Schwestern vom armen Kinde Jesus" laufen durch den Kreuzgang des Klosters Burtscheid am 15. August 2017 in Aachen / © Cornelis Gollhardt (KNA)
Drei Ordensfrauen der "Schwestern vom armen Kinde Jesus" laufen durch den Kreuzgang des Klosters Burtscheid am 15. August 2017 in Aachen / © Cornelis Gollhardt ( KNA )
Symbolbild Ordensfrauen

Auf der Internetseite der Stiftung zeigte man sich von der Großzügigkeit überwältigt. Dort heißt es wörtlich: "Da viele von Ihnen weiterhin mitwirken möchten, werden wir die Kampagne bis zum 31. Januar fortsetzen, damit noch mehr Menschen geholfen werden kann. Wir machen weiter!"

Verzicht aufs Heizen bringt Gesundheitsprobleme

In alten Klostergebäuden mit Steinmauern, hohen Decken und schlechter Isolierung seien die Innentemperaturen in den Wintermonaten sehr niedrig. Doch viele Ordensgemeinschaften würden aus Kostengründen aufs Heizen verzichten oder nur dort heizen, wo es unbedingt notwendig sei - in den Zimmern kranker oder älterer Schwestern, im Speisesaal oder im Chorraum während des Gebets, erklärte die Stiftung.

Die Kälte in den Klöstern sei "ein reales Problem, das die Gesundheit und Lebensqualität der Nonnen und Mönche beeinträchtigt", heißt es auf der Homepage der Stiftung. Sie spricht von Grippen und Lungenentzündungen, Gelenkproblemen, Rheuma und sogar Frostbeulen.

Auf Spenden angewiesen

Unterdessen würden sich die Klosterbewohner mit mehreren Pullovern unter ihren Kutten wärmen. "Wir können die Ordensgemeinschaften dabei unterstützen, einen Teil ihrer Heizkosten zu decken, damit sie die Heizung etwas häufiger aufdrehen können", heißt es von der Fundación DeClausura.

Kollektenkorb in einer Kirche / © Hermann Bredehorst (epd)
Kollektenkorb in einer Kirche / © Hermann Bredehorst ( epd )

Spanische Klöster finanzieren ihren Unterhalt mit staatlich-kirchlicher Unterstützung aus Steuerzuwendungen, sind aber auch auf Spenden von Gläubigen und Kollekten bei Gottesdiensten angewiesen oder verkaufen im Kloster hergestellte Produkte, um die laufenden Kosten überhaupt decken zu können.

Kirche in Spanien

Kirche in Spanien hat zwei Gesichter: Zum einen ist Spanien ein traditionell katholisches Königreich - etwa ab 380 war das Christentum im Römischen Reich endgültig Staatsreligion, also auch in der Provinz Hispanien - in dem die Osterprozessionen jedes Jahr tagelang inbrünstig und mit eindrucksvollen Kutten zelebriert werden; wo jede Stadt und Gemeinde einen eigenen Feiertag hat, der dem Stadtheiligen gewidmet ist und imposante Kathedralen zum Weltkulturerbe zählen; ein Land, in dem die katholische Vereinigung Opus Dei gegründet wurde und mit eigenen Universitäten und mächtigen Mitgliedern i

Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres (shutterstock)
Eine spanische Flagge hängt an einer alten Kirche in Cáceres / ( shutterstock )
Quelle:
KNA