Rheinische Kirche plant Einsparungen von 33 Millionen Euro

"Als Kirche handlungsfähig bleiben"

Die Evangelische Kirche im Rheinland steht vor tiefgreifenden Sparmaßnahmen. Bis 2030 sollen die Ausgaben deutlich reduziert werden. Von den Einsparungen sind auch Pfarrstellen, Studierendenwohnheime und die Diakonie betroffen.

Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland / © Rolf Vennenbernd (dpa)
Synode der Evangelischen Kirche im Rheinland / © Rolf Vennenbernd ( dpa )

Die bis Dienstag in Bonn tagende Landessynode berät über ein Paket von Einschnitten in Höhe von insgesamt 33 Millionen Euro, die bis 2030 umgesetzt werden sollen. Der Leitende Geistliche der Kirche, Präses Thorsten Latzel, sprach von schmerzhaften, aber notwendigen Entscheidungen. "Sinkende Mitgliederzahlen führen zu kleineren Ressourcen", so Latzel. "Wir machen das, um Kirche handlungsfähig zu bleiben."

Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland / © Harald Oppitz (KNA)
Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland / © Harald Oppitz ( KNA )

Zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehören gut zwei Millionen Mitglieder. Ihr Gebiet erstreckt sich über Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland, darunter die Regionen Köln, Düsseldorf, Bonn und das Ruhrgebiet. Die Landessynode ist das höchste beschlussfassende Gremium der Kirche und gilt als ihr Kirchenparlament.

Pfarrstellen sollen halbiert werden

Nach Angaben von Vizepräses Antje Menn sieht die Planung der Kirchenleitung vor, die Zahl der Pfarrstellen weiter deutlich zu reduzieren. Bis 2040 soll es demnach nur noch rund 700 Pfarrstellen geben - etwa die Hälfte der heutigen Zahl. Ziel sei es, trotz knapper werdender Ressourcen nahe bei den Menschen zu bleiben, erklärte Menn.

Aufgaben, die bislang von Pfarrerinnen und Pfarrern etwa in Schulen oder Krankenhäusern wahrgenommen würden, könnten künftig auch von multiprofessionellen Teams mit Gemeindepädagogen oder Diakonen übernommen werden. Auch im Bildungsbereich sind Einschnitte vorgesehen. Für zehn Schulen in kirchlicher Trägerschaft sollen künftig freiwillige Elternbeiträge erhoben werden. Bisher finanziert die Landeskirche die Schulen mit etwa neun Millionen Euro jährlich aus Kirchensteuermitteln.

Aufgabe von Studierendenwohnheimen geplant

Veränderungen plant die Kirche zudem bei der Studierendenseelsorge. Die Evangelischen Studierendengemeinden sollen zu "Gemeinden junger Erwachsener" auf Ebene der Kirchenkreise weiterentwickelt werden. Die Trägerschaft von Studierendenwohnheimen unter anderem in Aachen, Düsseldorf, Bonn, Köln und Saarbrücken will die Landeskirche aufgeben.

Kürzungen sind außerdem bei kirchlichen Zuschüssen vorgesehen. Die Fördermittel für das Diakonische Werk "Rheinland Westfalen Lippe" sowie für die international tätige "Vereinigte Evangelische Mission" sollen jeweils um 20 Prozent reduziert werden. Der bisherige Härtefallfonds der Landeskirche soll künftig über Kollekten finanziert werden, der Arbeitslosenfonds soll entfallen.

Quelle:
KNA