Die Polizei München warnt vor Betrug durch vermeintliche Wunderheiler oder Auraleser. Das teilte deren Pressestelle am Donnerstag mit.
Demnach wurden in letzter Zeit vermehrt in und vor Kirchen, in der Innenstadt, in Parks, Yogastudios, Krankenhäusern oder auf Wochenmärkten Personen angesprochen. Sowohl bei Tätern als auch bei Opfern handle es sich vor allem um Frauen. Die Polizei ermittle derzeit in mehreren Strafverfahren.
Die Opfer befinden sich demnach in schwierigen Lebensphasen, etwa Trennungen, Krankheit oder Streit oder haben ein generelles Interesse an Spiritualität oder Esoterik. Sie würden in Gespräche verwickelt, wobei Vertrauen geschaffen werde. Oft würden die Gespräche anschließend bei einem Kaffee weitergeführt.
Dann vereinbarten beide Seiten Termine für Rituale. Bei diesen gäben die Täter vor, angebliche negative Energien der Geschädigten oder von deren Angehörigen auf sich zu übertragen. Dabei würden Fläschchen mit Weihwasser, Kräuter oder Heiligenbilder überreicht und auch Erzengel thematisiert.
Emotionaler Druck und "Opfergaben"
Die Täter stellten in der Regel keine konkreten Geldforderungen, sondern bauten emotionalen Druck auf und fragten die Opfer, was ihnen das Ganze wert sei. Später brächten sie ein vermeintliches Erbe ins Spiel, das die Opfer angeblich besonders belaste und daher "gereinigt" werden müsse.
Damit begründeten sie dann höhere Geldbeträge, die als "Opfergaben" bezeichnet würden. Damit manipulierten sie die Geschädigten so, dass sie sich aus Scham oder Angst vor negativen Auswirkungen selten jemandem anvertrauten. Daher sei das Dunkelfeld vermutlich groß.