Tatverdächtiger ist nach Brand vor Synagoge in Psychiatrie

Ausbreiten der Flammen verhindert

Der Tatverdächtige für den Brand vor der Synagoge der jüdischen Gemeinde Gießen ist in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Es hatten sich Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Tatverdächtigen ergeben.

Eine schmutzige Kippa liegt in einer Pfütze / © Harald Oppitz (KNA)
Eine schmutzige Kippa liegt in einer Pfütze / © Harald Oppitz ( KNA )

Das teilten die Staatsanwaltschaft Gießen sowie das Polizeipräsidium Mittelhessen am Mittwoch in Gießen mit. Ob der Tat von Dienstagabend eine gezielte politische Motivation zugrunde lag, wird weiter ermittelt. Der deutsche Staatsangehörige war den Angaben zufolge noch am Dienstag wegen des Tatverdachts der schweren Brandstiftung sowie des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen festgenommen worden. 

Der 32-Jährige soll mehrere auf der Straße befindliche, mit Papier und Pappe befüllte Rollcontainer in den Eingangsbereich der Synagoge geschoben und angezündet haben. Zudem soll er den sogenannten "Hitlergruß" in Richtung der Synagoge gezeigt haben.

Ausbreiten der Flammen verhindert

Aufgrund des Einschreitens eines Passanten konnte der Brand schnell gelöscht und ein Ausbreiten der Flammen auf das Wohngebäude sowie die Synagoge verhindert werden. Im Eingangsbereich der Synagoge und am Gebäude selbst entstand ein Sachschaden in bislang unbekannter Höhe. Zwei Zeugen hatten den vermutlichen Täter festgehalten, bis die Polizei kam.

Antisemitismus in Deutschland

Antisemitische und antiisraelische Straftaten nehmen in Deutschland wieder zu. Den Angaben der Bundesregierung zufolge wurden unter anderem 434 Fälle von Volksverhetzung, 15 Gewaltdelikte sowie 70 Fälle, die Sachbeschädigung betreffen, gezählt. Weitere Delikte betreffen etwa die Störung der Totenruhe oder Nötigung. Mehr als 90 Prozent der Straftaten wurden von deutschen Staatsangehörigen verübt. Von einer deutlich höheren Dunkelziffer ist auszugehen. 312 von 339 Tatverdächtigen waren Deutsche.

Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin / © Markus Nowak (KNA)
Kundgebung gegen Antisemitismus in Berlin / © Markus Nowak ( KNA )
Quelle:
epd