NRW-Landtagspräsident betont Bedeutung der Christen für Gesellschaft

Mit christlichen Werten gegen Antisemitismus

Das Katholische Büro NRW hat Verantwortliche aus Kirche, Politik und Gesellschaft wieder zu seinem Jahresempfang eingeladen. NRW-Landtagspräsident André Kuper sieht einen hohen Stellenwert von Kirche und Christen in der Gesellschaft.

André Kuper / © Wahlkreisbüro / Guido Kirchner (privat)
André Kuper / © Wahlkreisbüro / Guido Kirchner ( privat )

DOMRADIO.DE: Wie blicken Sie als Politiker darauf, was Kirche und Christen in diesen angespannten Zeiten beitragen? 

André Kuper (CDU-Politiker und Präsident des Landtags Nordrhein-Westfalen): Wir erleben viele Kriege in dieser Welt – egal, ob wir in die Ukraine schauen, in den Nahen Osten, den Sudan oder auf viele weitere Krisenpunkte. Wir erleben auch, dass die Demokratien, die früher auf dem Vormarsch waren, nun unter Bedrängnis sind; auch in verschiedensten Konstellationen in demokratischen Staaten. 

Das löst sehr viel Sorge bei den Bürgerinnen und Bürgern aus. Deshalb kommt es mehr denn je auf Kirche und Staat an, auch in der Politik. Sowohl im kirchlichen als auch im politischen Bereich ist Vertrauen unsere größte Währung, da ist uns in der Vergangenheit viel verloren gegangen. Jetzt ist die Zeit, in der wir Menschen zurückgewinnen können. 

André Kuper

"Ich glaube, wir haben auch weitere 80 gute Jahre vor uns"

DOMRADIO.DE: Diese angespannte Weltlage spüren Sie bestimmt nicht nur bei den Debatten im Landtag, sondern auch auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen. Aus christlicher Perspektive müsste man auch in scheinbar hoffnungslosen Zeiten auf die Hoffnung bauen. Wie sehen Sie das?  

Kuper: Die Rahmenbedingungen bei uns in Deutschland, auch bei uns in Nordrhein-Westfalen, sind vergleichsweise gut. Durch diese positive Startbedingung können wir dafür sorgen, dass es den Menschen in unserem Land morgen und übermorgen auch noch gut geht. Dafür müssen wir ein Stück weit härter anpacken und miteinander arbeiten, aufeinander zugehen und gerade christliche Werte wieder mehr in den Vordergrund holen. 

Wir blicken in diesem Jahr auf das 80-jährige Bestehen des Landes Nordrhein-Westfalen zurück. Ich glaube, wir haben auch weitere 80 gute Jahre vor uns.

André Kuper

"Wenn wir die christlichen Werte als Basisorientierung aufgreifen, haben wir in Nordrhein-Westfalen eine Chance gegen Antisemitismus"

DOMRADIO.DE: Beim Jahresempfang hat der Chef des Katholischen Büros, Antonius Hamers, davon gesprochen, wie wichtig das Engagement gegen Antisemitismus ist. Dieses Thema ist eines, das auch in der DNA Nordrhein-Westfalens verankert ist. Wie fühlen Sie sich damit, dass Antisemitismus in den letzten Jahren doch wieder stärker an die Oberfläche gekommen ist? 

Kuper: In Verbindung mit dem generellen Problem, dass Demokratien unter Druck stehen, tauchen auch solche Erscheinungsformen stärker auf. Von daher versuchen wir im Landtag, all das zu stärken, was Demokratie und Bildung verstärken kann. Für mich ist es ein großes Anliegen, ständig mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt zu sein und besonders auf junge Menschen zuzugehen. 

Wir haben im Landtag während meiner Amtszeit zehn demokratiebildende Formate auf den Weg gebracht. Dazu gehört zum Beispiel, dass der Vizepräsident und ich jeden Montag in Schulen mit 50 bis 250 Schülerinnen und Schülern diskutieren und damit eine direkte Kontaktaufnahme ermöglichen. Die Menschen spüren, dass da Verantwortliche sind, die sie ernst nehmen und auf Augenhöhe wahrnehmen. 

Wenn wir dann noch die christlichen Werte als Basisorientierung aufgreifen, haben wir auch in Nordrhein-Westfalen eine Chance gegen Antisemitismus.

DOMRADIO.DE:  Bei diesem Neujahrsempfang wurde im Gottesdienst erstmals auch für Papst Leo XIV. gebetet. Wie blicken Sie auf den neuen Papst und die Rolle, die er auch für die Politik und die Gesellschaft spielen kann? 

Kuper: Ich hatte im Zuge einer Romwahlfahrt der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen die Ehre, den Papst am zweiten Wochenende nach seiner Wahl auf dem Petersplatz live zu erleben. Ich habe die Begeisterung der Menschen gespürt und mich von dieser Begeisterung anstecken lassen. Er ist genau der richtige Papst in Zeiten wie diesen.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch

Quelle:
DR

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