Der in den USA weithin bekannte und medienaffine Bischof Robert Barron hat das Konzept der Synodalität kritisch bewertet. Synoden seien zwar "gute und nützliche Instrumente zur Festlegung praktischer pastoraler Strategien", sollten jedoch keine Foren für Debatten über die kirchliche Lehre sein, schrieb Barron am Dienstag in den sozialen Medien.
Kritik übte er unter anderem am Reformprojekt der katholischen Kirche in Deutschland, dem Synodalen Weg. Wenn die feststehende Kirchenlehre zum Gegenstand synodaler Entscheidungen werde, drohten Relativismus und Selbstzweifel, so der Bischof von Winona-Rochester im US-Bundesstaat Minnesota. Dies sei beim "fehlgeleiteten Synodalen Weg in Deutschland" deutlich zu beobachten.
Kardinäle beraten im Vatikan
Hintergrund der Äußerungen sind Beratungen von mehr als 200 Kardinälen aus aller Welt, die am Mittwoch und Donnerstag mit Papst Leo XIV. zusammenkommen. Medienberichten zufolge könnte dabei auch die Synodalität eine Rolle spielen. Barron nahm selbst 2023 und 2024 an zwei Sitzungsperioden der Weltsynode zur Synodalität in Rom teil.
Zur Untermauerung seiner Argumentation verwies Barron auf die Theologen Joseph Ratzinger, Hans Urs von Balthasar und Henri de Lubac. Diese hatten sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) von der theologischen Fachzeitschrift "Concilium" getrennt und ihre eigene gegründet - "Communio". Laut Barron hatten die Theologen erklärt, man atme am Ende eines Konzils auf, weil die Kirche danach zu ihrer eigentlichen Arbeit zurückkehren könne.
Während eines Konzils hingegen befinde sich die Kirche in einem Zustand der Schwebe, sei ihrer selbst unsicher und ringe um Orientierung, so Barron.