Bischöfliche Weingüter Trier blicken auf "Dry January"-Trend

"Kennen wir aus der Fastenzeit"

Immer mehr Menschen starten mit einem "Dry January“ ohne Alkohol ins neue Jahr. Julia Lübcke, Geschäftsführerin der Bischöflichen Weingüter Trier, erklärt, warum maßvoller Genuss wichtig ist und stellt alkoholfreie Alternativen vor.

Autor/in:
Hilde Regeniter
Hochglanzbilder mit attraktiven Menschen - Die Währung unserer Zeit. / © olgakimphoto (shutterstock)
Hochglanzbilder mit attraktiven Menschen - Die Währung unserer Zeit. / © olgakimphoto ( shutterstock )

DOMRADIO.DE: "Dry January", so heißt der Trend zum nüchternen Start ins neue Jahr, also ein "trockener Januar". Was halten Sie davon?

Julia Luebcke (Geschäftsführerin Bischöfliche Weingüter Trier): Ich bin grundsätzlich eine Verfechterin von maßvollem Genuss über das ganze Jahr hinweg. Man sollte einzelne Dinge nicht pauschal verteufeln. Ein zeitlich begrenzter Verzicht kann jedoch positive Effekte auf das Wohlbefinden haben. 

Vor allem dann, wenn er mit bewusstem Innehalten, gesünderer Ernährung und mehr Bewegung verbunden ist. Das kennen wir auch aus der christlichen Fastenzeit. Es ist tief in unserer Kultur verankert und hat seinen Sinn. Und ganz nebenbei lassen sich dabei vielleicht auch ein paar Kilo Winterspeck verlieren.

DOMRADIO.DE: Hätten Sie auf den bischöflichen Weingütern auch Angebote für alkoholfreie Tage oder Wochen? 

Luebcke:  Ja, auf jeden Fall. Aus Trauben lässt sich viel Schönes herstellen, nicht nur klassischer Wein. Wir haben seit einigen Jahren zwei alkoholfreie Rieslinge im Sortiment, einen stillen Wein und einen Sekt. Beide haben sich sehr gut etabliert und werden von unseren Kundinnen und Kunden sehr gelobt. Man kann sie ganz einfach in unserem Onlineshop entdecken. 

Im Herbst 2025 konnten wir außerdem endlich wieder Traubensaft herstellen. Und ab Ende Januar kommt noch eine weitere Neuheit dazu: Ein herrlich frisch-fruchtiger Traubensecco, den wir erstmals produziert haben. All das sind schöne Alternativen, wenn man einmal genug von Kräutertee oder Wasser hat und den Geschmack von Beeren vermisst. 

Nicht überall schaffen es Traktoren hin: Auch heute ist Weinernte zum Teil immer noch Handarbeit. / © Boris Roessler/dpa (dpa)
Nicht überall schaffen es Traktoren hin: Auch heute ist Weinernte zum Teil immer noch Handarbeit. / © Boris Roessler/dpa ( dpa )

DOMRADIO.DE: Viele klagen schon seit Längerem darüber, dass in Deutschland immer weniger Wein getrunken wird. Sind alkoholfreier Wein und Sekt mit null Promille deshalb auch ein Stück Zukunftssicherung? 

Luebcke: Ja, aus verschiedenen Gründen ist davon auszugehen, dass der Weinkonsum langfristig etwas zurückgehen wird. Das Gesundheitsargument wird dabei manchmal vielleicht auch vorgeschoben. Ich persönlich würde immer empfehlen, lieber seltener und in geringerer Menge zu trinken. Dafür dann aber einen richtigen Wein eines guten Erzeugers. Die Entalkoholisierung ist zudem ein zusätzlicher Verarbeitungsschritt und bedeutet immer auch einen technischen Eingriff in den Wein. 

Natürlich machen wir uns Gedanken, was man aus Weintrauben sonst noch alles Schönes herstellen kann. Trotzdem bin ich überzeugt, dass unsere weltweit geschätzten Weine auch in Zukunft ihre Liebhaber finden werden. Und wenn es am Ende nur von Februar bis Dezember ist, soll mir das auch recht sein.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

Quelle:
DR

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