So sieht das Studienjahr im Heiligen Land aus

"Ökumene, Interreligiosität und das Jerusalemer Leben"

Ein Jahr lang in Jerusalem studieren und Theologie im Herzen des Heiligen Landes erleben. Das Studienjahr steht neuen Zielgruppen offen. Die Dekane sprechen berichten über den Alltag, Exkursionen, Voraussetzungen und den Bewerbungen.

Autor/in:
Carsten Döpp
Der Blick vom Studienhaus Beth Josef auf die Dormitio-Abtei (privat)
Der Blick vom Studienhaus Beth Josef auf die Dormitio-Abtei / ( privat )

DOMRADIO.DE: Friederike Eichhorn-Remmel, Daniel Remmel, seit September sind Sie beide Studiendekane vor Ort in Jerusalem und betreuen das laufende Semester. Wie erleben Sie das Studienjahr gerade – und wie geht es den Studierenden in Jerusalem?

Daniel Remmel (Studiendekan des theologischen Studienjahrs in Jerusalem): Sehr gut. Wir haben ein tolles Studienprogramm zusammengestellt, mit vielen Exkursionen und sehr hochwertigen Vorlesungen. Unsere Dozierenden kommen aus Deutschland, aus Israel und aus dem internationalen Umfeld. Außerdem haben wir eine kleine, sehr engagierte Gruppe von zehn Studierenden – das ist eine wirklich schöne Arbeitsatmosphäre.

DOMRADIO.DE: Parallel läuft bereits die Bewerbungsphase für das Studienjahr ab September 2026. Es hat einige Neuerungen gegeben: Das Jahr ist offener, Sprachvoraussetzungen wurden gelockert. Was bedeutet das konkret?

Friederike Eichhorn-Remmel (Studiendekanin des theologischen Studienjahrs in Jerusalem): Ganz ohne Voraussetzungen geht es natürlich nicht. Theologie bleibt weiterhin die Grundlage. Bewerben können sich jetzt aber alle Studierenden mit theologischen Anteilen im Studium – das reicht von denjenigen die Theologie für die Grundschule studieren, bis hin zu den Volltheologen. Wichtig ist, dass die Studierenden das Grundstudium in den biblischen Fächern abgeschlossen und gut bestanden haben. Außerdem sollten sie ein echtes Interesse an den Schwerpunkten des Studienjahres mitbringen: Ökumene, Interreligiosität und das Leben im Kontext Jerusalems.

Daniel Remmel

"Dann sind wir häufig im ganzen Land unterwegs – von Galiläa bis Eilat – oder auch außerhalb Israels."

DOMRADIO.DE: Wie können wir uns den Alltag der Studierenden vorstellen? Wie sieht ein typischer Tag in Jerusalem aus?

Remmel: In der Regel gibt es am Tag drei bis vier zweistündige Vorlesungseinheiten. Am Nachmittag folgen Referate – oft zu politischen, gesellschaftlichen oder archäologischen Themen, die eng mit dem Land verbunden sind. Hinzu kommen Sprachkurse. Das ist ein idealtypischer Tag, sofern wir nicht auf Exkursion sind. Dann sind wir häufig im ganzen Land unterwegs – von Galiläa bis Eilat – oder auch außerhalb Israels.

DOMRADIO.DE: Noch bis Ende Januar läuft die Bewerbungsfrist. Wie gehen Interessierte am besten vor?

Eichhorn-Remmel: Auf unserer Internetseite gibt es eine ausführliche Informationsplattform mit allen Voraussetzungen und Abläufen. Die Bewerbung selbst läuft über den Deutschen Akademischen Austauschdienst, aber alles ist auf unserer Studienjahresseite verlinkt und gut erklärt.

Das Interview führte Carsten Döpp.

Theologisches Studienjahr Jerusalem

Das sogenannte Theologische Studienjahr in Jerusalem ist ein intensives Lehr- und Lernprogramm für deutschsprachige Theologiestudierende. Das zweisemestrige Aufbaustudium findet normalerweise an der Benediktiner-Abtei Dormitio auf dem Zionsberg am Rand der Jerusalemer Altstadt statt.

Dormitio Abtei in Jerusalem / © Karin Wabro (shutterstock)
Dormitio Abtei in Jerusalem / © Karin Wabro ( shutterstock )
Quelle:
DR

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