Mit seiner ersten Botschaft zum 59. Weltfriedenstag am 1. Januar 2026 hat Papst Leo XIV. laut dem Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz ein "starkes Plädoyer für die Achtung des Völkerrechts und die Bedeutung des interreligiösen Dialogs" vorgelegt.
Das mache er sich "ganz und gar zu eigen", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, in einer Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am Montag.
"Wirklicher Frieden in unserer von Ausgrenzung und Gewalt geplagten Welt"
Bentz sagte weiter, der Papst erläutere in seiner Friedensbotschaft sehr grundlegend, "wie wirklicher Frieden in unserer von Ausgrenzung und Gewalt geplagten Welt" gelingen könne. Zwar nenne er keine konkreten Länder, so Bentz, doch gebe es weltweit zahlreiche Beispiele, an denen die Bedeutung dieser Orientierungen deutlich würde.
Bezüglich der Notwendigkeit einer konsequenten Beachtung völkerrechtlicher Normen denke er an die Situation im Kongo oder im Nahen Osten, sagte der Erzbischof. Die Lage in Nigeria zeige, "wie grundlegend der interreligiöse Dialog für ein friedliches Miteinander" sei.
Bentz ermutigte dazu, die Botschaft des Papstes nicht nur am Welttag des Friedens in die Arbeit der Kirche aufzunehmen.
Unbewaffneter und entwaffnender Friede
Die Papst-Botschaft trägt den Titel "Der Friede sei mit euch allen: hin zu einem 'entwaffneten und entwaffnenden' Frieden". Damit greift Papst Leo XIV. die Worte auf, die er am Abend seiner Papstwahl am 8. Mai sagte.
Er schreibt, der Friede, den Jesus Christus verkünde, sei "ein unbewaffneter und entwaffnender Friede, demütig und beständig. Er kommt von Gott, dem Gott, der uns alle bedingungslos liebt."
Wie zu Zeiten Jesu sei auch heute der Gegensatz zwischen Dunkelheit und Licht die "Erfahrung, die uns in den historischen Umständen, in denen wir leben, durchdringt und erschüttert". Es sei nötig, das Licht zu sehen und daran zu glauben, um in der Dunkelheit nicht zu versinken.
"Der Friede ist ein Grundsatz"
Glaubende und Nichtglaubende rief der Papst in der Botschaft auf, sich "für den Frieden zu öffnen". Weiter schrieb er: "Der Friede ist ein Grundsatz, der unsere Entscheidungen leitet und bestimmt. Selbst an Orten, an denen nur noch Trümmer übrig sind und die Verzweiflung unvermeidlich scheint, finden wir gerade heute Menschen, die den Frieden nicht vergessen haben."
Ausdrücklich bekannte sich der Papst zu einem weitgehenden, religiös motivierten Pazifismus - ohne jedoch dabei das Recht auf legitime Selbstverteidigung in Frage zu stellen. Der Weltfriedenstag wird von der katholischen Kirche alljährlich am 1. Januar begangen.