ÖRK-Weltkirchentreffen zu Anti-Rüstungs-Signal aufgerufen

Für eine Politik der Friedensförderung

Ein Bündnis von Friedensorganisationen hat das Weltkirchentreffen in der nächsten Woche zu einem unüberhörbaren Signal gegen Rüstung und für Gewaltfreiheit aufgerufen. Die Christen müssten an der christlichen Friedensethik festhalten.

Friedensorganisationen gegen Rüstung und für Gewaltfreiheit / © Mike Mareen (shutterstock)
Friedensorganisationen gegen Rüstung und für Gewaltfreiheit / © Mike Mareen ( shutterstock )

Der Export von Waffen und Rüstungsgütern befeuere Kriege und Konflikte weltweit und ermögliche Menschenrechtsverstöße, heißt es in dem Schreiben an den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK). Der Dachverband von Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften kommt am 31. August in Karlsruhe zu seiner Weltvollversammlung zusammen. 

Das Friedensbündnis forderte, die Kirchen weltweit müssten an der christlichen Friedensethik festhalten und für eine Politik der zivilen Friedensförderung kämpfen. Eindringlich rufen die Gruppen wie die ökumenische Aktion "Ohne Rüstung leben", die Deutsche Franziskanerprovinz, das Mennonitische Friedenszentrum und das Europäische friedenskirchliche Netzwerk zur atomaren Abrüstung auf. Atomwaffen könnten das gesamte Leben auf der Erde vernichten, heißt es in der Erklärung.

Ökumenischer Rat der Kirchen

Ökumenischer Rat der Kirchen (Weltkirchenrat, ÖRK)
Rom (KNA) Dem Ökumenischen Rat der Kirchen (Weltkirchenrat, ÖRK) gehören derzeit 352 protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie kirchliche Gemeinschaften in mehr als 110 Ländern an. Sie repräsentieren nach eigenen Angaben weltweit rund 580 Millionen Christen.

Papst Franziskus besucht Weltkirchenrat / © Paul Haring (KNA)
Papst Franziskus besucht Weltkirchenrat / © Paul Haring ( KNA )

Verstoß gegen Glaubenstradition

Nuklearwaffen verstießen gegen die "grundlegenden Prinzipien unserer Glaubenstradition" und drohten "alles, was uns lieb und teuer ist", zu vernichten, warnt das Bündnis. Zuvor hatten weitere christliche Friedensorganisationen wie Pax Christi einen ähnlichen Friedensappell an die 11. Ökumenische Vollversammlung des Weltkirchenrates gerichtet.

Das Treffen vom 31. August bis 8. September in Karlsruhe wird vom russischen Krieg gegen die Ukraine überschattet. Erstmals findet die ÖRK-Vollversammlung in Deutschland statt. Erwartet werden mehrere Tausend Vertreterinnen und Delegierte von Kirchen und christlichen Gemeinschaften aus mehr als 100 Staaten. Sie wollen auch über Klimaschutz, Rassismus und den Nahostkonflikt sprechen. Kommen wollen auch orthodoxe Delegierte aus Russland und der Ukraine, wobei die Organisatoren im Vorfeld die Erwartung an deren Gespräche dämpfen.

Karlsruhe erste deutsche Gastgeberstadt

Im ÖRK vertreten sind vor allem evangelische, anglikanische und orthodoxe Kirchen. Die katholische Kirche hat Gaststatus. 1948 in Amsterdam gegründet kommen die Delegierten zu ihrer Vollversammlung alle sechs bis acht Jahre zusammen. Karlsruhe ist die erste deutsche Gastgeberstadt. Zuletzt in Europa tagte die Vollversammlung 1968 im schwedischen Uppsala.

Quelle:
KNA